Am 18. Dezember 2008 trafen sich in der Agentur für Arbeit Augsburg führende Vertreter der Wirtschaftskammern, der Gewerkschaften , der Stadt Augsburg und der Arbeitsagentur, um ein bislang einzigartiges Projekt vorzustellen.
Hierbei handelt es sich um ein regionales Netzwerk zur Unternehmenssicherung. Eine wachsende Zahl von Betrieben kämpft in Folge der Finanzkrise mit Auftragsmangel und der Stornierung bereits erteilter Aufträge. Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, erinnert sich, dass „in der Krise 1994/1995 viele Firmen nur entlassen haben und damit viel Fachwissen verloren gegangen ist". Darum ist das gemeinsame Ziel des Netzwerkes Unternehmenssicherung, dass möglichst alle Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben. Kurzarbeit ist hier ein besonders wichtiges Instrument zum Erhalt von Arbeitsplätzen.
Jürgen Kerner von der Gewerkschaft IG Metall stellte für die Region Augsburg fest, dass die Großbetriebe inzwischen sehr flexibel sind, aber kleine und mittlere Unternehmen sich eher zurückhalten, wenn es um neue Instrumente zur Krisenbewältigung geht.
Die IHK Schwaben sieht im gemeinsamen Vorgehen mit den Kooperationspartnern die Chance, vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gemeinsam nach konkreten Lösungen zu suchen. Die eingerichtete „Vertrauens-Hotline" zeigt zahlreiche Maßnahmemöglichkeiten auf. Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank: „Das ist ein Pilotprojekt in Augsburg und ein Pilotprojekt für die Region Schwaben". Gedacht sei dabei, so Saalfrank, vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen, die sich in einer für sie schwierigen Situation an die Partner wenden können, um aktuelle Fragen zu besprechen. Das Motto des Netzwerkes fasst Saalfrank so zusammen: „Bildung statt Kurzarbeit und spätere Arbeitslosigkeit".
Im Netzwerk soll deshalb den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Beratung und Hilfe angeboten werden. „Jeder, der in seiner Firma dunkle Signale sieht, sollte sich sofort melden", sagte Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwaben. Absolute Vertraulichkeit ist dabei oberstes Gebot. „Wir bereiten zum Beispiel mit den Unternehmern Bankgespräche vor und begleiten nach Wunsch auch bei diesen Terminen."
Die hierbei neu geschaffene Vertrauenshotline ist ein direkter Draht zu kompetenten Ansprechpartnern wie der Arbeitsagentur, der Handwerkskammer (HWK), der Industrie- und Handelskammer (IHK), Gewerkschaften sowie zur Stadt Augsburg und den Landkreisen Aichach-Friedberg und Augsburg.
Die kostenlose Hotline ist erreichbar unter Tel.: 0800 505 24 10.
Einen detaillierten Informationsflyer zu diesem Thema finden Sie zum Download.
Zu den wichtigsten Angeboten und Hilfestellungen des Netzwerkes als Wege durch die Krise gehören die Unternehmensberatung, Kurzarbeitergeld sowie Qualifizierungsmöglichkeiten durch das Programm WeGebAU der Arbeitsagentur.
Wegen des hohen Beratungsinteresses zu den zentralen Themen Kurzarbeit und Qualifizierung, eventuell auch Transfergesellschaften, bietet die Arbeitsagentur Augsburg als weiteren Service ab Januar 2009 zunächst jeden zweiten Montagvormittag eine Gruppeninformation für Arbeitgeber an.Für diese Infoveranstaltungen sind Anmeldungen erforderlich unter Tel.: 0821/3151-737. Unter dieser Telefonnummer steht das Team für Arbeitgeberleistungen auch generell für Fragen zur Verfügung.
Ansprechpartner bei IHK Schwaben:Marcus Wagner, Leiter Geschäftsfeld Starthilfe und UnternehmensförderungTelefon 0821 3162-233, E-Mail: marcus.wagner@schwaben.ihk.de
Ansprechpartner bei der HWK Schwaben:Markus Prophet, Stv. Geschäftsbereichsleiter BeratungTelefon 0821 3259-1519, E-Mail: krisenberatung@hwk-schwaben.de
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