Meisterfeier 2006

Pressemitteilung

Novellierung der Handwerksordnung reduziert Meisterzahl erneut

(20.10.2006, Pressemitteilung, treu) Erneut ist die Zahl der Meisterabsolventen zurückgegangen. Waren es 2005 noch 567 Jungmeister, so konnte nun nur noch  509 Absolventen ihr Meisterbrief überreicht werden. Manfred Rudel ist davon überzeugt, dass die Novellierung der Handwerksordnung an dieser Entwicklung entscheidenden Anteil hat. "Wir verzeichnen zwar eine Vielzahl von Gründungen in den zulassungsfreien Handwerken, doch 90% dieser Unternehmer haben keine einschlägige Qualifikation. Das ist gefährlich, denn wir stellen fest, dass solche Betriebe instabil sind. Ein sehr hoher Prozentsatz gibt im ersten  Unternehmerjahr auf und gerade in diesen Handwerken hat sich die Ausbildungsquote glatt halbiert," beklagt der Kammerpräsident die Situation. Dies habe schwerwiegende volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Konsequenzen. Eine  Lösung der Probleme im Handwerk und auch der Schwierigkeiten in Deutschland sieht der Kammerchef in einer Kehrtwende hin zum Mittelstand. "Global Players agieren nach ihren eigenen Spielregeln und keine Macht der Welt kann sie davon abhalten, Produktionen an rentablere Standorte zu verlagern und Arbeitsplätze abzubauen. Die mittelständische Handwerkswirtschaft arbeitet vorwiegend in der Region, ist ortsgebunden und standorttreu. Hier entstehen Innovationen, pfiffige Ideen, Arbeits- und Ausbildungsplätze. Deshalb muss die Politik  für diese Zielgruppe etwas tun, wenn sie es ernst mit einem wirtschaftlichen Neuanfang meint," fordert Rudel ein klares Bekenntnis zu einer mittelstandsfördernden Politik. "Besonders wichtig ist für das Handwerk die Erbschaftssteuerreform. Wir brauchen diese Steuerbefreiung, wenn Unternehmen nach dem Erbfall 10 Jahre weitergeführt werden, damit die Firmen Geld für Investitionen haben.“

509 Jungmeisterinnen und -meister in Schwaben

Für die Absolventen, die sehr zahlreich mit ihren Angehörigen gekommen waren, fand der Präsident ermunternde Worte: "Nutzen Sie, meine geschätzten Meisterkolleginnen und -kollegen die Möglichkeiten, die Ihnen diese Zeit des Umbruchs bietet. Nicht der Wind, sondern der Steuermann, der die Segel setzt, bestimmt die Richtung." In 17 Handwerken hatten 509 Absolventen die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt. So gibt es in Schwaben nun 51 frischgebackene Meisterinnen, von denen 40 im Friseurhandwerk und 7 im Fleischerhandwerk den Titel erreichten.

17 Jahresbestmeister und Ehrungen

Traditionell wurden bei dieser Feier auch Persönlichkeiten geehrt, die sich um das Handwerk besondere Verdienste erworben haben. Mit dem goldenen Meisterbrief wurden der Vizepräsident der Handwerkskammer, Maschinenbaumeister Jürgen Schmid (Augsburg), sowie Spenglermeister Wendelin Kratzer (Augsburg) geehrt. Für ihre langjährige Tätigkeit im Meisterprüfungsausschuss erhielten Studiendirektor Ernst Hammer (Diedorf), Landmaschinenmechanikermeister Hubert Meixner (Zusamarshausen) und für seine Verdienste als Kursleiter, Ingenieur Hermann Einsle (Augsburg)  die Ehrenurkunde des Schwäbischen Handwerks. In 17 Gewerken wurden die besten schwäbischen Meister des Jahres 2006 gekürt und erhielten aus der Hand von Präsident Manfred Rudel ihren Meisterbrief sowei ein spezielles Präsent der Handwerkskammer (HWK).

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online seit 20. Okt 2006, aktualisiert am 14. Nov 2006

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