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Handwerkskammer hilft beim Start in die berufliche Integration

Regionale Netzwerk hat sich bewährt

(treu) HaGiFlü – das ist die Kurzform für „Handwerkliche Grundqualifizierung von Flüchtlingen“. Mit diesem neuen Projekt hat die Handwerkskammer für Schwaben innerhalb eines regionalen Netzwerks zusammen mit den Vereinen „Tür an Tür“ und „Integration durch Sprache“ innerhalb von 15 Monaten Flüchtlinge und Asylanten durch ein mehrstufiges Kurssystem eine sprachliche und berufliche Qualifizierung ermöglicht. Mit dem Abschluss des Projekt haben sich für die Teilnehmer die Chancen auf Arbeit oder Ausbildung in Deutschland oder auch in den jeweiligen Heimatländern erheblich verbessert. Die Kosten wurden über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der EU-Entwicklungspartnerschaft equal II-sepa finanziert.

Projektpartner bringen jeweilige Kompetenz ein
Für Menschen, die als Flüchtlinge oder Asylanten nach Deutschland kommen, ist die Integration in das deutsche Gesellschafts- und Wirtschaftssystem mit großen Hürden verbunden. Neben unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen sind fehlende Sprachkenntnisse, sowie keine oder mangelhafte berufliche Qualifikation die größten Hindernisse, um hier Fuß zu fassen. Genau an diesem zentralen Punkten setzt HaGiFlü an.
In drei Modulen werden innerhalb von 15 Monaten eine soziale und berufliche Orientierung, der Erwerb von Sprachkenntnissen und auch ein handwerkliche Grundqualifizierung vorgenommen. Durch die Zusammenarbeit im Netzwerk bringen so die Projektpartner ihre jeweiligen Stärken ein. Während „Tür an Tür“ für jeden Teilnehmer individuell feststellt welche Grundkenntnisse vorliegen, welche persönlichen Fähigkeiten und Interessen vorhanden sind und auch die sozialpädagogische Betreuung übernimmt, ist „Integration durch Sprache e.V.“ für alle Bereiche rund um die Sprache zuständig. Neben Grammatik , Wortschatz und Fachsprache zu alltags- und berufsrelevanten Themen wird interkulturelle Landeskunde gelehrt. 

                                     
Handwerkliches Know-How durch die HWK
Damit besonders die anerkannten Flüchtlinge unter den Teilnehmern eine Chance auf eine Tätigkeit im Dienstleistungsbereich, speziell im Hausmeisterservice haben, wurden im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Augsburg der HWK Schwaben praktische Kenntnisse aus verschiedenen Gewerken vermittelt. Dabei stand z. B. das fachgerechte Wechseln und Entsorgen von Leuchtmitteln genauso auf dem Programm, wie der Umgang und Pflege von Rasenmähern oder Heckenscheren oder auch Grundkenntnisse in der Gebäudereinigung. Gerade bei den praktischen Tätigkeiten waren die Teilnehmer, die u.a. aus Äthiopien, Eritrea, dem Kongo oder Kuba kommen, mit großem Eifer dabei. Von 14 Teilnehmern, die am Start der Maßnahme dabei waren, konnten 13 auch die Abschlussbescheinigungen in Empfang nehmen. Der „Aussteiger“ hatte im Laufe der Schulung eine Arbeitsstelle gefunden.

Handwerkskammer betritt Neuland
Für die Handwerkskammer gab es triftige Gründe sich in diesem Projekt zu engagieren. „Integration kann nur gelingen, wenn sie in hohem Maße über Arbeit vollzogen wird. Wir müssen jetzt etwas tun, um Fachkräfte zu gewinnen, denn der demografischen Wandel ist unumkehrbar,“ ist Markus Bottlang, Geschäftsbereichsleiter Bildung bei der HWK Schwaben fest überzeugt. Daher müssen fähige Zuwanderer nach Deutschland auch rasch qualifiziert werden, um gerade im personalintensiven Handwerk rasch in den Arbeitsprozess eingegliedert zu werden. „In Deutschland wurde viel zu lange gezögert, eine zukunftsfähige Einwanderungspolitik zu betreiben,“ kritisierte Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben und forderte ein Umdenken der Politik im Umgang mit Flüchtlingen und Asylanten. Es müsse daher schlüssige Antworten auf die Frage: Wie gehe ich mit Menschen um, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, geben. Lob für die Partner zollte der Sozialreferent der Stadt Augsburg Dr. Konrad Hummel: „Mit diesem Projekt hat die Handwerkskammer nicht nur ein wichtiges ökonomisches Projekt gestemmt, sondern es wurde ein unendlich wertvolles Stück Vertrauensarbeit geleistet.“ Diese Personen hätten sich und der deutschen Gesellschaft bewiesen, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können. Die Teilnehmer zeigten ganz offen ihre Freude und ihren Stolz über den gelungen Abschluss. Für die Absolventen brachte es der Ghanaaer Joe Idris-Agyemang auf den Punkt: „Lang lebe die Handwerkskammer“.

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