(treu) Dort erhielten am Abend 567 junge Handwerksmeisterinnen und ¿ meister ihre Meisterbriefe überreicht. Bei einer Podiumsdiskussion unter der Leitung von Walter Roller, dem stellvertretenden Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, stellte sich Otto Kentzler, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks deutlich gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und machte sich für eine Reform der Unternehmensbesteuerung stark. Über die Wirkungen der EU-Dienstleistungsrichtlinie für das Handwerk sprach Markus Ferber (MdEP). Novellierung der Handwerksordnung reduziert MeisterzahlHatte es im Jahr 2003 noch 606 Meisterabsolventen gegeben, liegt die Zahl der Jungmeister nun bei 567. Manfred Rudel ist davon überzeugt, dass die Novellierung der Handwerksordnung an dieser Entwicklung entscheidenden Anteil hat. "Wir verzeichnen zwar eine Vielzahl von Gründungen in den zulassungsfreien Handwerken, doch 90% dieser Unternehmer haben keine einschlägige Qualifikation. Das ist gefährlich, denn wir stellen fest, dass solche Betriebe instabil sind. Ein hoher Prozentsatz gibt bereits im ersten Unternehmerjahr auf und gerade in diesen Handwerken hat sich die Ausbildungsquote glatt halbiert," beklagt der Kammerpräsident die Situation. Dies habe schwerwiegende volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Konsequenzen. Eine Lösung der Probleme im Handwerk und auch der Schwierigkeiten in Deutschland sieht der Kammerchef in einer Kehrtwende hin zum Mittelstand. "Global Players agieren nach ihren eigenen Spielregeln und keine Macht der Welt kann sie davon abhalten Produktionen an rentablere Standorte zu verlagern und Arbeitsplätze abzubauen. Die mittelständische Handwerkswirtschaft arbeitet vorwiegend in der Region, ist ortsgebunden und standorttreu. Hier entstehen Innovationen, pfiffige Ideen, Arbeits- und Ausbildungsplätze. Deshalb muss die Politik für diese Zielgruppe etwas tun, wenn sie es ernst mit einem wirtschaftlichen Neuanfang meint," fordert Rudel ein klares Bekenntnis zu einer mittelstandsfördernden Politik. "Die Binnenkonjunktur muss wieder anspringen, dann entzerren sich auch die Probleme auf dem Arbeitsmarkt. Dafür kämpfen wir als Handwerkskammer und als Vertreter unserer mittelständischen Unternehmen."
567 Jungmeisterinnen- und meister in SchwabenFür die Absolventen, die sehr zahlreich mit ihren Angehörigen gekommen waren, fand der Präsident ermunternde Worte: "Nutzen Sie meine geschätzten Meisterkolleginnen und ¿kollegen die Möglichkeiten, die Ihnen diese Zeit des Umbruchs bietet. Nicht der Wind, sondern der Steuermann, der die Segel setzt, bestimmt die Richtung." In 16 Handwerken hatten 567 Absolventen die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt. So gibt es in Schwaben nun 36 frischgebackene Meisterinnen, von denen 22 im Friseurhandwerk und 7 im Fleischerhandwerk den Titel erreichten. 15 Jahresbestmeister und EhrungenTraditionell wurden bei dieser Feier auch Persönlichkeiten geehrt, die sich um das Handwerk besondere Verdienste erworben haben. Für ihre langjährige Tätigkeit im Meisterprüfungsausschuss erhielten Schreinermeister Andreas Berz (Augsburg), Schreinermeister Johann Durner (Langweid), Kraftfahrzeugmechanikermeister Anton Dürr (Fischach), Dipl. Ing. Helmut Kaiser (Augsburg) und Elektroinstallateurmeister Gerhard Schupp (Gablingen) die Allgemeine Ehrenurkunde des Schwäbischen Handwerks. Mit dem goldenen Meisterbrief wurde Karosseriebauermeister Alois Leberle (Augsburg) geehrt. In 15 Gewerken wurden die besten schwäbischen Meister des Jahres 2005 gekürt und erhielten aus der Hand von ZDH-Präsident Otto Kentzler und Präsident Manfred Rudel ihren Meisterbrief ein spezielles Präsent der Handwerkskammer (HWK).
Service im Überblick
Home
| Aktuelles
| Pressemitteilungen
| Pressemitteilungen 2005
Meisterfeier bei der Handwerkskammer für Schwaben
Handwerk fordert klares Bekenntnis zum Mittelstand
"Vorfahrt für den Mittelstand" forderte der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) in einer sehr politischen Rede vor rund 1200 Gästen in der Kongresshalle Augsburg.
Downloads



