Handwerk muss sich die Fachkräfte der Zukunft sichern

Pressemitteilung

(9.7.2007) (Treu) Zu ihrer Jahrestagung sind am vergangenen Wochenende die Vizepräsidenten der Arbeitnehmerseite aus den Bayerischen Handwerkskammern zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Treffens stand neben aktuellen handwerkspolitischen Themen die Berufsbildung.  „Bereits in Kürze wird uns die demografische Entwicklung dazu veranlassen, dass wir im Handwerk händeringend nach guten Auszubildenden suchen,“ ist sich Franz Kugler, Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben sicher. „Es braucht daher jetzt schon Konzepte, um unsere Berufe bei den Schulabgängern attraktiv zu machen.“

 

Einmal jährlich treffen sich die Vizepräsidenten der sechs Bayerischen Handwerkskammern zu einer Tagung. In diesem Jahr war Schwaben Gastgeber des Treffens und Franz Kugler, Arbeitnehmer-Vize der Kammer hatte in seine Heimatstadt Nördlingen eingeladen. Auf der Tagesordnung standen so wichtige Themen wie die Steuerreform und die berufliche Bildung im Handwerk.

Berufsausbildung ist keine Sackgasse

Zwar ist im bayerischen Handwerk die Zahl der Ausbildungsplätze per 30.06.2007 im Vergleich zum Vorjahr um satte 12% angestiegen, so blicken die gewählten Arbeitnehmervertreter im Handwerk keineswegs euphorisch in die Zukunft. „Es ist schon alarmierend, wenn in diesem Jahr in Bayern 8500 Kinder weniger in die 1. Klasse eingeschult werden. Das bedeutet mittelfristig, dass wir weniger Schulabgänger haben werden und uns deshalb heute schon darum kümmern müssen, unseren Nachwuchs an Fachkräften im Handwerk zu sichern,“ betonte Kugler. „Das Handwerk gehört zu den personalintensivsten Wirtschaftszweigen und ohne hochqualifizierte Mitarbeiter geht im Handwerk nichts.“ Speziell im Klimaschutz sehen die bayerischen Vizepräsidenten große Chancen für die Unternehmen. „Wer sich z. B. mit energetischer Bausanierung befasst, der kommt am Handwerk nicht vorbei. Die Industrie kann zwar perfekte Produkte entwickeln, aber umsetzen, einbauen und individuell an die Gegebenheiten vor Ort anpassen, das kann nur das Handwerk,“ ist sich Kugler, selbst Heizungsfachmann von Beruf gewiss.

Wichtig sei vor allen Dingen, dass die vielfältigen Möglichkeiten, die sich nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Handwerk auftung in der Öffentlichkeit noch besser bekannt gemacht würden. „Mit einer handwerklichen Ausbildung und dem anschließenden Meisterbrief steht für die Guten und Interessierten einem Studium nichts mehr im Weg. Aus diesem Personenkreis kommen die gefragten Führungskräfte und Unternehmer der Zukunft,“ zeigt Kugler die Chancen auf. „Für mich ist klar: die Berufsausbildung ist keine Sackgasse.“

 

Gesetze werden in Brüssel entschieden

Bernd Lenze, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern betonte in seinem Referat zur aktuellen Handwerkspolitik, dass das Handwerk besonderes Augenmerk darauf richten müsse, sich frühzeitig in Gesetzgebungsverfahren einzuklinken. „Gesetze und Vorschriften kommen heute überwiegend aus Brüssel und deshalb muss das Handwerk dort seinen Einfluss geltend machen.“ Lenze wies auch auf die Chancen der Globalisierung hin und ermunterte zu grenzüberschreitendem Arbeiten in den Handwerksbetrieben.

 

Eine Stadtführung in Nördlingen, sowie ein attraktives Rahmenprogramm rundeten das Treffen ab.

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online seit 09. Jul 2007, aktualisiert am 09. Jul 2007

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