Jugendliche sind der HWK wichtig
„Das schwäbische Handwerk mit seinen leistungsstarken Ausbildungsbetrieben hat einen Bedarf an qualifizierten Facharbeitern. Darum ist uns der Bezug zur Jugend und deren Einstellungen, Meinungen und Zukunftssicht besonders wichtig. Die Jugendlichen, die heute aus der Schule kommen sind die gut ausgebildeten Mitarbeiter von morgen. Bildung ist ein zentrales Thema der Handwerkskammer“, stellt Manfred Rudel, Präsident der HWK, fest.
Pragmatismus statt Rebellion
Laut Shell-Studie, die den Untertitel trägt: „Eine pragmatische Generation unter Druck“, sind die Zeiten von Protest und Rebellion gegen die Gesellschaft vorbei. Den jungen Menschen von heute bedeutet Bildung viel, sie wollen gesellschaftlich und beruflich aufsteigen.
Der Schulabschluss bleibt das entscheidende Kriterium zum Erfolg. Jugendliche aus sozial besser gestellten Elternhäusern besuchen „höhere“ Schulformen als junge Leute aus sozial schwierigeren Verhältnissen. Diese erzielen auch in der Ausbildung nicht die Resultate, die ihren eigentlichen Möglichkeiten entsprechen.
Jugendliche an Hauptschulen blicken nicht ganz so optimistisch in die Zukunft wie ihre Altersgenossen am Gymnasium. Die jungen Menschen habe heute deutlich mehr Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder keine adäquate Beschäftigung zu finden als vor vier Jahren. Dennoch überwiegt die Suche nach individuellen Lösungsansätzen.
Werte zählen nach wie vor
Das Wertesystem der jungen Generation ist insgesamt positiv und stabil. Freundschaft und Familie sind weiter gefragt. Persönliche Unabhängigkeit steht hoch im Kurs. Tugenden wie Fleiß, Ehrgeiz und auch das Gesundheitsbewusstsein haben seit der letzten Shell-Studie 2002 zugenommen.
Individuelles Engagement statt Politik
Das Vertrauen der Heranwachsenden in die Politik und die Regierungen ist weiterhin gering. Politik ist für die Mehrheit der Jugendlichen keine Größe mehr, an der sie sich orientieren können und wollen.
Dennoch haben sie eigene Interessen, für deren Verwirklichung sie sich auch einsetzen. Engagement für die Gesellschaft und für andere Menschen gehört ganz selbstverständlich zum persönlichen Lebensstil dazu. 33 Prozent der Jugendlichen geben an, „oft“ und weitere 42 Prozent „gelegentlich“ für soziale oder gesellschaftliche Zwecke in ihrer Freizeit aktiv zu sein. Das sind vergleichbare Werte wie im Jahr 2002.
Im Vordergrund steht dabei der Einsatz für die Interessen der Jugendlichen selbst, etwa im Rahmen einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Hinzu kommt Engagement für sozial schwache oder benachteiligte Menschen, für ein besseres Zusammenleben oder sonstige konkrete Fragen. Bürgerinitiativen, Parteien und Verbände oder auch Hilfsorganisationen spielen dabei allerdings eine untergeordnete Rolle.
Die Haltung der Jugendlichen zu gesellschaftlichen Aktivitäten entspricht ihrem pragmatischen Ansatz. Es sind nicht ideologische Konzepte oder gesellschaftliche Utopien, die sie verfolgen. Weitaus wichtiger ist die persönliche Befriedigung jenseits großer Entwürfe oder einer neuen Bewegung.
Chance für gute Fachkräfte
„Wir müssen die jungen Leute da abholen, wo sie stehen. Die Jugendlichen sind individueller, aber auch pragmatischer und leistungswilliger geworden. Das gibt unseren ausbildenden Betrieben die Chance, gute Fachkräfte heranzuziehen,“ kommentiert Manfred Rudel die Studie.



