Handwerk trotzt der Krise auf dem Ausbildungsmarkt

Pressemitteilung

'Die Handwerksunternehmen haben nach wie vor ein ernstes Interesse an der Ausbildung junger Menschen und engagieren sich,' freut sich Jürgen Schmid, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben.
Deutlich erkennbar ist bereits der demografische Wandel mit rückläufigen Schulabgängerzahlen. Für Jugendliche, die bislang noch unversorgt sind, bieten sich trotz des angelaufenen Ausbildungsjahres immer noch Chancen. Auch wenn es im Traumberuf keinen Ausbildungsplatz mehr gibt, lohnt es sich über Alternativen nachzudenken und aktiv auf die Suche zu gehen.


Immer noch starker Zuwachs an Erstausbildern

Spitze ist das schwäbische Handwerk, wenn es um das erstmalige Ausbilden geht. Trotz der wirtschaftlichen Lage ist die Zahl der Unternehmen, die erstmals ausbilden nahezu gleich blieben. Hatten im Boomjahr 2008 knapp 500 Betriebe den Schritt zur Ausbildung getan, so sind dies aktuell 575 Unternehmen. Dies zeigt, dass im schwäbischen Handwerk die Ausbildung immer noch eine hohe Priorität hat.


Unternehmen verlieren den demografischen Wandel
trotz Krise nicht aus den Augen


Nach wie vor machen sich die Handwerksunternehmen stark für die Ausbildung. ‘Es sieht so aus, als würde diesem Engagement auch die Wirtschaftskrise nur wenig anhaben können', erklärt Präsident Jürgen Schmid. ‘Wie schon im letzten Jahr sorgen die Betriebe jetzt schon für ihre Fachkräfte von morgen, wenn die Schülerzahlen noch weiter sinken.' Die Besetzung von Ausbildungsplätzen wird künftig problematischer werden. ‘Die Betriebe stellen sich bereits jetzt auf diese Situation ein und reagieren. So wissen wir aus vielen Gesprächen, dass eine Reihe von Unternehmen sich noch aktiver in der Nachwuchswerbung engagiert oder auf ‘Vorrat' ausbildet, um dem erwarteten Fachkräftemangel Paroli bieten zu können. Leider finden sie nicht immer die passenden Kandidaten für ihre Stellen,' bedauert Schmid.



66% der Berufsanfänger kommen aus der Hauptschule


Positiv wird bei der Handwerkskammer die Partnerschaft mit den Hauptschulen gesehen. ‘Wir freuen uns, dass die Berufsorientierung in den Hauptschulen immer mehr Früchte trägt. Schülerinnen und Schüler bekommen aufgrund von Praktika und begleitenden Aktionen eine realistischere Einschätzung von ihrem Wunschberuf oder finden heraus, wohin ihr beruflicher Weg gehen soll. Das sind gute Grundlagen für eine erfolgreiche Ausbildung', zeigt sich Schmid zufrieden über die Entwicklung. Da diese praxisgerechte Berufsorientierung durch die neue Mittelschule weiter verfolgt und ausgebaut wird, bleibt die vorhandene Partnerschaft von Handwerk und Haupt- oder Mittelschule eine solide Basis für die Nachwuchswerbung und erfolgreiche Ausbildung im Handwerk.


66% der Berufsanfänger/innen im Handwerk verfügen über einen Hauptschulabschluss. Jeder vierte Azubi im Handwerk hat einen mittleren Bildungsabschluss. Bemerkenswert ist auch, dass der Löwenanteil der handwerklichen Ausbildung in den Meisterbetrieben stattfindet. In Zahlen bedeutet dies, dass 3.490 Ausbildungsverträge in Betrieben der zulassungspflichtigen Handwerke abgeschlossen wurden.



Die HWK-Zahlen im Überblick

Zeitraum: 01.01.2009 - 31.12.2009



Schwaben


neu abgeschlossene Ausbildungsverträge  4.653
Senkung zum Vergleichszeitraum Vorjahr  - 9 %

Vergleich 2008  5.146

davon im meisterpflichtigen Handwerk  3.490
zulassungsfreies Handwerk  233
handwerksähnliche Berufe  930

Neue Ausbildungsbetriebe  575



Verträge nach Schulabschlüssen


Hauptschulabschluss 66 %
Realschulabschluss 22 %
Abitur/Fachabitur 3 %
kein Abschluss 9 %

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online seit 14. Jan 2010, aktualisiert am 14. Jan 2010

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