Bundesaktionstag "Ausbildung im Handwerk"
Pressemitteilung
treu) Das Ausbildungsjahr 2010 ist geprägt von der demographischen Entwicklung und den Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Speziell im Handwerk hat die Sicherung von qualifizierten Nachwuchskräften oberste Prämisse. Der künftige Fachkräftemangel zeichnet sich bereits ab. Dies machen auch die aktuellen Ausbildungszahlen der HWK Schwaben deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr kann das Handwerk eine Steigerung zum 31. Mai 2010 von 4,5 % verzeichnen. Mit dem Bundesaktionstag Ausbildung möchte das Handwerk ganz besonders auf die Chancen und Karrieremöglichkeiten im Handwerk aufmerksam machen. Ein besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf junge Menschen mit Migrationshintergrund.
Präsident Schmid wirbt für Ausbildung im Handwerk
Um gezielt für die über 150 handwerklichen Ausbildungsberufe zu werben, hat der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben Jürgen Schmid heute einen herausragenden schwäbischen Ausbildungsbetrieb besucht.
Die Firma Autolackier-Fachbetrieb Süssmann in Augsburg bildet seit 45 Jahren kontinuierlich und mit großem Erfolg aus. Derzeit beschäftigt das Unternehmen vier Auszubildende in allen Ausbildungsstufen. Drei der Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund. Günter Süssmann, Lackierermeister und Inhaber des Unternehmens: „Wir legen größten Wert darauf, dass wir unsere Nachwuchskräfte selbst ausbilden. Beiden Azubis, die in diesem Jahr ihre Prüfung machen, haben wir ein Übernahmeangebot gemacht.“ Diese Aussage bestätigt, dass jungen Menschen mit einer handwerklichen Ausbildung gute Karrierechancen haben.
Fachkräftesicherung von größter Bedeutung
Das Handwerk ist ein besonders personalintensiver Wirtschaftszweig. Da die meisten Arbeiten individuell ausgeführt werden müssen, braucht es qualifizierte Fachleute, die „ihr Handwerk“ verstehen. In einer Studie der schwäbischen Wirtschaftskammern kam klar zum Ausdruck, dass in Schwaben besonders mit einem Mangel an Facharbeitern und Gesellen zu rechnen ist. „Schon jetzt spüren wir den demografischen Wandel. Zwar haben viele Betriebe rechtzeitig erkannt, dass sie sich aktiv um Auszubildende und Nachwuchskräfte bemühen müssen, doch ich sehe mit Sorge, dass die Zahl der Ausbildungsverträge zurückgeht. Deshalb appelliere ich an meine Kollegen ihre Ausbildungsbereitschaft zu verstärken,“ ruft Schmid die Handwerksunternehmer auf.
Es hätte fatale Folgen, wenn den Betrieben mittelfristig die Fachkräfte fehlen wurden.
Neue Wege für Personen mit Migrationshintergrund
Die Handwerkskammer für Schwaben nimmt beim Thema Integration von Personen mit Migrationshintergrund eine Vorreiterstellung in Deutschland ein.
„Seit nahezu 10 Jahren legen wir besonderen Wert auf dieses Thema. Wir haben dazu spezielle Fachberater und Koordinatoren, die vielfältige Projekte managen. So werden beispielsweise Personen, die in Heimatländern entsprechende berufliche Qualifikationen erworben haben, deren Zeugnisse aber in Deutschland nicht anerkannt sind, passgenau nachqualifiziert. Wir müssen das tun, denn es kann nicht sein, dass wir diese guten Voraussetzungen der Menschen mit Migrationshintergrund nicht für unseren Arbeitsmarkt nutzen,“ erläutert Jürgen Schmid die Intention seines Hauses. „In Projekten wie Quali-ADAPT oder „Mama spricht mit“ wird gezielt auf diesen Personenkreis zugegangen. Wir suchen den Kontakt über die Mütter zu den Kindern, wir engagieren uns in Deutschkursen und wünschen uns, dass somit bereits sehr früh ein Interesse an unseren Handwerksberufen und an einer Tätigkeit im Handwerk entsteht.“
online seit 10. Jun 2010, aktualisiert am 10. Jun 2010
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