Aufschrei im Handwerk! Betriebe fordern Stopp dieser Planungen
Pressemitteilung
(treu) Bundesbauminister Ramsauer plant im Zuge des Sparpakets der Bundesregierung die KfW-Fördergelder drastisch zu reduzieren. Von bislang 1,5 Mrd Euro pro Jahr, sollen 2010 noch 1,4 Mrd und im Jahr 2011 nur noch 435 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das Handwerk läuft Sturm gegen diese Entwicklung. „Es ist nachweisbar, dass 1 Euro Fördergeld Investitionen in Höhe von 8,50 Euro bewirkt. Hier den Sparhebel anzusetzen ist Unsinn, denn allein die Umsatzsteuer bringt dem Staat mehr Geld ein, als es ihn kostet, von den positiven Wirkungen auf die Sozialkassen, den Arbeitsmarkt und nicht zuletzt den Klimaschutz, ganz zu schweigen,“ rechnet HWK-Präsident Jürgen Schmid vor. Die Handwerkskammer hat nun in einem Brief an die Bundesminister Ramsauer und Schäuble, sowie Ministerpräsident Seehofer, den bayerischen Wirtschaftsminister Zeil und alle schwäbischen Bundestagsabgeordneten einen Stopp dieser Planungen gefordert.
Bislang war es eine typische „win-win-Situation“. Die Fördermittel zur energetischen Gebäudesanierung wurden von Häuslebauern und Immobilienbesitzern umfangreich in Anspruch genommen, denn Zinssätze von 1 – 2% boten einen großen Anreiz für energetische Gebäudesanierungen. Dächer wurden gedämmt und neu eingedeckt, Hausfassaden erhielten einen Wärmeschutz, neue Fenster und neue Heizungen wurden eingebaut. Das brachte den Immobilienbesitzern hervorragende Einsparungen im Energiebereich, die einschlägigen Handwerksbetriebe hatten dicke Auftragspolster und Arbeit für ihre Beschäftigten und der Finanzminister freute sich über Einnahmen durch Steuern und Sozialabgaben. Der rückläufige Verbrauch von fossilen Brennstoffen wirkte sich positiv auf die CO2-Bilanz aus und hatte nachweisbare, deutliche Wirkungen auf die vereinbarten Klimaschutzziele der Bundesregierung.
Kurzfristiger Sparaktionismus der Bundesregierung
Als „kurzfristigen Sparaktionismus“ bezeichnete die Kammerspitze in ihren Schreiben an die Politiker die Pläne des Bundesbauministers, die zudem ein „Ressort übergreifendes, abgestimmtes und nachhaltiges Agieren“ vermissen lassen. „Das Argument, dass günstige Kredite für Sanierungsmaßnahmen auch am regulären Markt zu bekommen sind, zieht einfach nicht,“ so Jürgen Schmid. „Solche Kredite sind bei Zinssätzen ab 4% doppelt so teuer wie KfW-Darlehen, die bereits zu 2 % zu bekommen sind“. Betrachtet man die Entwicklung der Zinskonditionen in den letzten fünf Jahren, dann ist diese Argumentation nicht zu halten. Unverständlich ist für Schmid auch, dass einfach außer Acht gelassen wird, dass zwar im Etat des Bauministeriums gespart wird, aber gleichzeitig auf der Einnahmenseite dramatische Einbußen zu verzeichnen sind. „Das ist einfach zu kurz gesprungen,“ findet Schmid. „Dieses Stop-and-Go in der Förderpolitik ist einfach kontraproduktiv. Ohne Not werden hier Verbraucher verunsichert und letztlich von Investitionen abgehalten. Das bremst den wirtschaftlichen Aufschwung aus.“
Handwerksbetriebe rechnen mit Auftragsausfällen
Für die Handwerksbetriebe in Schwaben, speziell für die Bau- und Ausbaugewerke würde eine solch’ dramatische Rückführung der KfW-Darlehen nicht abzusehende Folgen haben. Von den rund 26 000 schwäbischen Handwerksbetrieben ist etwa die Hälfte in diesem Handwerkssegment tätig. „Viele Unternehmen, die sich auf energetische Sanierungsarbeiten spezialisiert haben, befürchten nun massive Umsatzeinbrüche und sehen ihre Existenz bedroht“, schildert Schmid die Situation in den Betrieben. „Gerade die günstigen Zinssätze sind für die Kunden ein Anreiz ihre Objekte zu sanieren und Aufträge an das Handwerk zu vergeben. Fallen solche Gelder aus, dann ist es fraglich, ob die Investitionsfreude anhält.“ Weiterhin ist zu befürchten, dass die Reduzierung der Fördermittel mit dem Auslaufen der Aufträge aus dem Konjunkturpaket II zusammenfällt. Ebenso ist geplant die Städtebauförderung um 50% zu reduzerien, so dass die Handwerksbetriebe Probleme von mehreren Seiten erwarten. Die bislang stabile Lage könnte sich dann schlagartig verschlechtern.
Erst vor kurzem hat die Bundesregierung auf massiven Druck aus dem Handwerk die Haushaltssperre mit der das Marktanreizprogramm belegt war, wieder zurück genommen und damit die Förderungen von Wärmepumpen und Solarthermie für die Verbraucher wieder attraktiv gemacht.
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- PM Geplante Kürzung der KfW-Fördermittel (
157 kB)
online seit 19. Jul 2010, aktualisiert am 26. Jul 2010
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