Das schwäbische Handwerk trauert um eine Lichtgestalt

Pressemitteilung

(26.2.2007) (Syl) „Das schwäbische Handwerk trauert um einen seiner prägenden Präsidenten, der in über 17 Jahren seines Wirkens für das Handwerk völlig neue Maßstäbe gesetzt hat“, würdigt Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, die großen Verdienste und die Führungspersönlichkeit Müllers.

"Präsident Donat Müller war ein herausragender Öffentlichkeitsarbeiter. Er verlieh dem Handwerk mit seiner Persönlichkeit, seiner Ausstrahlung und seinem Wissen in seinen rhetorisch brillanten Reden, bei seinen öffentlichen Auftritten und seinen medialen Kontakten enormes Gewicht. Als politischer Handwerker und Politiker, der sein Handwerk verstand, hatte er sich der Interessensvertretung und dem Marketing für das Handwerk voll und ganz verschrieben", so Wagner weiter.

Donat Müller, seit 1950 Zimmerermeister und Handwerksunternehmer, stand 12 Jahre lang von 1984 bis 1996, vorher schon 5 Jahre als Vizepräsident, an der Spitze der Handwerkskammer für Schwaben. Er vertrat das schwäbische Handwerk in einer bis dahin nie gekannten Prägnanz und Deutlichkeit in der Organisation, aber auch in den immer wichtiger werdenden Medien und damit der breiten Öffentlichkeit. In seine Amtszeit fielen zahlreiche richtungsweisende Entscheidungen und Projekte.

Seiner Tatkraft und Weitsicht verdankt die HWK Schwaben den Auf- und Ausbau ihrer Berufsbildungs- und Technologie-Zentren in Augsburg, Kempten und Memmingen sowie den Neubau ihres hochmodernen Tagungshotels in Bad Wörishofen.

Die Schaffung des Schwäbischen Handwerkermuseums zeugt von Müllers tiefer Verwurzelung im Handwerk und seiner Überzeugung gegenüber handwerklichen Werten. Die Handwerkskammer für Schwaben ist die Trägerin dieser bis heute einzigartigen Einrichtung in Deutschland mit Besuchern aus aller Welt. Sein besonderes Engagement galt der Restaurierung des weltbekannten Goldenen Saals im Augsburger Rathaus. Als Vorsitzender des Goldenen Saal Vereins hat er maßgeblich an der Wiederherstellung dieses herrlichen Renaissance-Raumes mitgewirkt.

Donat Müller war auch ein Visionär in Sachen Globalisierung und Internationalisierung. Die intensiven Beziehungen der HWK Schwaben zu ihren Partnerschaftskammern in Le Mans und Laval, Frankreich, in Breslau, Polen, und in Pécs, Ungarn sind auf seinen persönlichen Einsatz für Völkerverständigung zurückzuführen.

Wie keinem Kammerpräsidenten zuvor lag Donat Müller die Werbung und der öffentliche Auftritt für das Handwerk am Herzen. Ob als Bundes- und Landes-Vorsitzender des Zimmererverbandes, als Präsident des Genossenschaftsverbandes in Schwaben, als Senator – als Sprecher der handwerklichen Gruppe im Senat – und ganz besonders als Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, in jeder Funktion und bei jeder Gelegenheit betrieb Müller Marketing und PR für das Handwerk.

Nach zwei Jahren seiner dritten Amtsperiode als Präsident der Handwerkskammer für Schwaben trat Donat Müller am 1. Juli 1996 aus gesundheitlichen Gründen zurück und übergab die HWK-Führung an Manfred Rudel. Der Malermeister aus Königsbrunn wurde 1999 und 2004 in seinem Präsidentenamt bestätigt.

Im Rahmen der Vollversammlung am 23. Juli 1996 wurde Donat Müller als Dank und Anerkennung des schwäbischen Handwerks für seine Verdienste zum ersten Ehrenpräsidenten der Handwerkskammer für Schwaben in der Geschichte ernannt. Bei seiner offiziellen Verabschiedung am 22. Oktober 1996 im Goldenen Saal der Stadt Augsburg erhielt er zudem die höchste Auszeichnung des bayerischen Handwerks, die Goldene Ehrennadel des Bayerischen Handwerkstages.

Donat Müller zog sich nach seinem Rücktritt in das Privatleben zurück und zeigte sich nicht mehr bei öffentlichen Anlässen.