Handwerker-Frühschoppen
HWK Schwaben
Handwerker-Frühschoppen

16. Frühschoppen der HWK Schwaben in Illerbeuren

Pressemitteilung

130 Besucher diskutierten mit Politikern aus Bund, Land, Europa und der Region

 

(treu) 130 Gäste kamen zum traditionellen Handwerker-Frühschoppen der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) in den Gromerhof nach Illerbeuren. Bereits zum 16. Mal veranstaltete die Kammer dieses zwanglose Treffen, das den Austausch zwischen Handwerksunternehmen und den politisch Verantwortlichen bietet. Insgesamt waren

24 Politiker anwesend.  Mit den beiden Staatssekretären Johannes Hintersberger und Franz Josef Pschierer war auch die Bayerische Staatsregierung prominent vertreten. Mit dabei in Illerbeuren waren auch zahlreiche Politiker aus dem Europäischen Parlament, dem Bundes- und dem Landtag sowie aus den Landkreisen, den Städten und Gemeinden.

In seiner Begrüßungsansprache wies HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner darauf hin, dass die Konjunktur im Handwerk auf sehr hohem Niveau liege, aber dennoch in vielen Bereichen, die die Politik beeinflusst, Handlungsbedarf bestehe. Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Schwaben hatten über 90% der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend bezeichnet, ebenso viele blicken optimistisch in die Zukunft.

 

Wichtige politische Weichenstellungen eingefordert

Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben ging gleich zu Beginn seiner Rede auf das Scheitern der Sondierungsgespräche in Berlin ein: „Klar ist, was dies bedeutet: Stillstand! Stillstand ist die größte Unsicherheit und das Schlimmste, was unserem Staat, unserer Gesellschaft und unserer Volkswirtschaft passieren kann.“ Rauch weiter: „Jetzt sind alle demokratischen Parteien gefordert. Sich aus parteipolitischem Kalkül aus der staatspolitischen Verantwortung zu stehlen ist unverantwortlich. Nicht zu regieren ist besser als schlecht zu regieren ist keine Aussage.“ Der Präsident forderte die Politiker auf, auf die Belange der Bürger und Handwerker zu achten, um ein weiteres Debakel zu verhindern.

Zusammenfassend nannte Rauch drei Punkte, die für die Zukunft des Handwerks von großer Bedeutung sind: Steuergerechtigkeit, Stärkung des Unternehmertums sowie Aufwertung der beruflichen Bildung und des Meisterbriefs. Diese Forderung bestätigte auch Umfrage der HWK Schwaben.

 

Umfrage: Steuerentlastung und Stärkung des Meisterprinzips

Speziell zum Handwerker-Frühschoppen hatte die Kammer eine Blitzumfrage unter den schwäbischen Handwerksunternehmern durchgeführt. Dabei sprachen sich 74% der Befragten für eine Stärkung des Meisterbriefs und eine bessere finanzielle Förderung der Meisterausbildung aus. Da der Befragungsbeginn vor dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen lag, wurde auch nach der Wirkung einer schwarz-gelb-grünen Regierungskoalition auf das Handwerk gefragt. Nur 30% versprachen sich davon frischen Schwung und neue Ideen. Befremdlich stimmt, dass 35% offenbar keine (großen) Erwartungen an eine neue Regierung haben und knapp die Hälfte zu viel Streit und zu geringe Gemeinsamkeiten vor vorneherein vermutete.

 

Forderung: Beruflichen Bildung finanziell besser ausstatten

Für das Handwerk hat die Sicherung von Nachwuchskräften und somit eine ausreichende Versorgung mit Fachpersonal größte Bedeutung. Präsident Rauch forderte eine deutliche Aufstockung der finanziellen Ausstattung der Berufsausbildung. „Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell in Europa. Es darf nicht sein, dass die akademische Bildung dem Handwerk immer weiter den Rang abläuft.“  Trotz starker Veränderungen in der Demografie konnte das schwäbische Handwerk 8,3% mehr neue Ausbildungsverträge abschließen und erzielte so in Bayern einen Spitzenwert.

 

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage werden im Internet veröffentlicht unter www.hwk-schwaben.de/meinungsspiegel-2017

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