Regio Augsburg

arBeIT vierpunktnull - alternative Arbeitswelten im Wirtschaftsraum Augsburg

Pressemitteilung

Rund 120 Teilnehmer folgten der Einladung der Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg in das Mazda Classic - Automobil Museum Frey, um sich dem Thema Arbeiten 4.0 zu widmen. Neben einer spannenden Keynote über die Anforderungen an die Führungskräfte der Zukunft waren es vor allem die Praxisbeispiele, die aufzeigen konnten, wie konkret die Digitalisierung bereits Einzug gehalten hat in die regionalen Unternehmen. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Führung des Hausherrn durch das neue Museum.



Mensch oder Maschine?

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist mittlerweile allgegenwärtig. In jeder Diskussion, in jedem Dialog schwingt die Frage mit, inwieweit der Einzelne von der Digitalisierung betroffen sein wird. Wie stark sich der technologische Wandel ganz konkret auf Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen auswirkt, kann (noch) nicht eindeutig beantwortet werden. Die mittlerweile fünfte Veranstaltung der Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg stellte unterschiedliche Facetten von Arbeit 4.0 vor und zeigte anhand von Praxisbeispielen, wie die Umsetzung in den Unternehmen verlaufen kann. Im Fokus war hierbei der Mensch, nicht die Maschine.

„Ein Prozess von Menschen gemacht – eine Chance für gute Arbeit!“

So Silke Klos-Pöllinger, Regionsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes: „Arbeit 4.0 bietet Möglichkeiten für bessere Arbeitsbedingungen und letztlich höhere Arbeitsqualität und Wohlstand. Gleichzeitig müssen wir scharf darauf achten, dass die Digitalisierung nicht zum Abbau von Arbeitsplätzen führt und alle bei den notwendigen Weiterbildungen mitgenommen werden.“ Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist neben IHK und HWK, der Agentur für Arbeit Augsburg sowie der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH Partner der Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg. Auch im Handwerk ist die Digitalisierung in den Unternehmen auf dem Vormarsch und greift massiv in Arbeitsabläufe und Prozesse ein. Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben zeigt die Veränderungen auf: „Die Mitarbeiter der Zukunft müssen nach wie vor ihr Handwerk verstehen, aber über weitere Qualifikationen wie IT-Kenntnisse verfügen.“

„Das digitale Fundament muss in der Ausbildung gelegt werden“ stellt Dr. Michael Proeller, Vizepräsident der IHK Schwaben für den Landkreis Augsburg Land fest. Dr. Proeller: „Schon in der Schule geht es darum, den Fachkräften von morgen beispielsweise im Rahmen der IHK Schulpartnerschaften die Berufswelt und die dafür notwendige Kompetenzen näher zu bringen. Darauf aufbauend wird die IHK Schwaben eine Zusatzqualifikation "Digitale Kompetenzen" für Azubis anbieten und die Entwicklung und Umsetzung von neuen Ausbildungsberufen fördern. Neuestes Beispiel dafür ist der Kaufmann für e-Commerce, der im Sommer 2018 an den Start gehen wird.“

Ähnlich sieht man dies bei der Agentur für Arbeit Augsburg. Laut Roland Fürst, Geschäftsführer Operativ, „müssen wir alle zusammen das Thema Digitalisierung schnell angehen. Wir können und dürfen nicht abwarten. Das gilt besonders für die Qualifizierung der Arbeitslosen, aber auch für geringqualifizierte Beschäftigte. Damit sie nicht abgehängt werden, bedarf es z.B. geeigneter Weiterbildungsmaßnahmen. Aber schon bei der Ausbildung müssen die Weichen Richtung Digitalisierung gestellt werden. Das Thema geht alle an.“

Die hohe Wettbewerbs- und Innovationskraft des Wirtschaftsraumes Augsburg betonte Dr. Klaus Metzger, Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, einer der drei Gesellschafter der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. „Um diese zu erhalten und zu steigern gilt es für die Betriebe, sich offen mit den Herausforderungen neuer Arbeitswelten auseinanderzusetzen“, so Metzger. „In jeder Veränderung stecken Chancen. Diese wollen wir aufzeigen und für Unterstützung sorgen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und des Wettbewerbs um Auszubildende kann das Thema „Arbeiten 4.0“ Lösungen bieten.“



Alles bleibt anders

So der Titel der Keynote von Prof. Dr. Gordon Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg. Der Einfluss der Digitalisierung betreffe eben nicht nur die Arbeitnehmer von heute, sondern auch die Führungskräfte von morgen. Wie sehen künftig gefragte Persönlichkeiten aus und welche Rolle spielt Wissen eigentlich in der Zukunft? Prof. Dr. Rohrmair machte in seinem Vortrag deutlich, dass diese Fragen auf vielfältige Weise beantwortet werden können.



Und die Praxis…

…steckt mitunter schon voll drin in der sich verändernden Arbeitswelt. So gab Erich Schulz, Geschäftsführer der Erich Schulz GmbH & Co. KG Sanitär-Heizung-Spenglerei einen kurzen Einblick in den Alltag seines Betriebs und ließ so manchen Teilnehmer staunen wie digital das Handwerk inzwischen ist. Ebenfalls aus der Praxis berichtete Werner Greulich, Ausbildungsleiter der Faurecia Emissions Control Technologies Germany GmbH. Greulich unterstrich, dass die Digitalisierung in der Ausbildung mit einem Wandel einhergeht, der zwar sehr viel Zeit und Energie in Anspruch nehme, gleichwohl aber auch einen hohen Mehrwert schaffe. Ganz im analogen Stil ging es im Anschluss an die Veranstaltung zu einer weiteren Führung durch das Mazda-Classic – Automobil Museum Frey.