HWK Schwaben

Beschäftigung von Geflüchteten im Handwerk

Infoveranstaltung in Lindau

(treu) „Aus welchen Ländern kann ich Geflüchtete einstellen?“, „Ist es sicher, dass Azubis mit Fluchthintergrund während der Ausbildung bleiben dürfen?“ oder „Welche Papiere muss ich mir vorlegen lassen?“ – solche und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der Arbeitsagentur Kempten und Memmingen, der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) und der Kreishandwerkerschaft Lindau. „Beschäftigung und Ausbildung von Zugewanderten im Handwerk“ lautete daher der Titel des Treffens, zu dem rund 40 Unternehmer gekommen waren.

In ihren Grußworten betonten Maria Amtmann, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Memmingen/Kempten, HWK-Präsident Hans-Peter Rauch und der Lindauer Landrat Elmar Stegmann, wie wichtig Beschäftigung und Ausbildung für eine gelingende Integration dieser Personen sei. Dabei hob Präsident Rauch hervor, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen im Handwerk auf diesem Feld sehr viel für die Gesellschaft leisten, aber auch Planungssicherheit brauchen, um diese Menschen in die betrieblichen Abläufe einzubinden. Stegmann versprach, „dass der Landkreis Lindau, trotz der restriktiven Haltung in Bayern, sein Möglichstes tun werde, um die Arbeit der Agentur und der Kammer zu unterstützen.“

Tipps von Kreishandwerksmeister Kaiser

Neben Vorträgen von drei Experten der Handwerkskammer, die das Beratungsangebot der HWK Schwaben vorstellten, gab es ein sehr anschauliches Praxisbeispiel aus dem Malergeschäft von Kreishandwerksmeister Uli Kaiser. Kaiser hatte bereits 2013 den Syrer Atas Antar eingestellt, der jetzt mit Erfolg seine Gesellenprüfung abgelegt hat: „Nachdem es in unserem Handwerk nicht einfach ist passende Azubis zu finden, war Atas ein regelrechter Glücksfall. Wir haben natürlich bei der Wohnungssuche Hilfestellung gegeben und meine Mitarbeiter haben auch Patenschaften für ihren jungen Kollegen übernommen. Das klappt gerade in einem kleineren Familienbetrieb recht gut,“ sagte Kaiser, der Erfahrung mit der Ausbildung von Geflüchteten hat. Hatte er doch schon vor 20 Jahren einen Flüchtling aus Bosnien unter seine Fittiche genommen. Für seine anwesenden Kollegen hatte er folgenden Tipp parat: „Ich kann Sie nur ermutigen – haben Sie keine Ängste, keine Vorbehalte und gehen Sie offen an eine Ausbildung bzw. Beschäftigung von Geflüchteten heran.“ Derzeit beschäftigt die Firma Kaiser einen jungen Afghanen im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung (EQ).

Beste Information für die Betriebe

„Ausgesprochen hilfreich“ war die Veranstaltung für Erika Ahr von der Landtechnik Ahr in Grünenbach. „Mich haben diese Informationen sowohl beruflich als auch privat interessiert. Ich bin in einem Helferkreis engagiert und wusste gar nicht, dass die Handwerkskammer so ein umfassendes Beratungsangebot und tüchtige Experten hat.“ Auch Wolfgang Boll, Inhaber des Bauunternehmen Boll in Hergatz zog großen Nutzen aus der Veranstaltung und sandte am folgenden Tag diese Email: „Übrigens noch vielen Dank für die gestrige Veranstaltung. Meine Bedenken zur Ausbildung eines Geflüchteten wurden stark geschwächt und ich würde das gerne anpacken. Falls Sie schon von einer geeigneten Person wissen, dürfen Sie mir das gerne mitteilen. Ich werde dazu aber auch kommende Woche mit der Agentur für Arbeit in Kontakt treten. Erste Gespräche dazu gab es gestern Abend schon.“



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Monika Treutler-Walle

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