Kommentar zur neuen Regierung (DHZ 24/2021)Chancen für das Handwerk

Der Koalitionsvertrag ist unterzeichnet, die neue Regierung steht und Olaf Scholz ist der neunte Bundeskanzler unseres Landes. Die Themen, die sich die drei Regierungsparteien vorgenommen haben sind ambitioniert: Klima-, Energie- und Mobilitätswende sind das Herzstück des Regierungsprogramms. Gerade in diesen Bereichen ist für das Handwerk „Musik drin“. Denn um die ehrgeizigen Ziele umzusetzen und in die Fläche zu bringen, braucht es leistungsfähige Handwerksunternehmen, die aktiv neue Technologien aufgreifen und zu den Kunden bringen. Wird dann noch kräftig (wie versprochen) in den Wohnungsbau investiert, dann winken den Betrieben der Bau- und Ausbauhandwerke zahlreiche Aufträge.
Doch die Regierungsübernahme bietet dem Wirtschaftszweig Handwerk längst kein Schlaraffenland. Zu viel lastet auf den Betrieben. Der Fachkräftemangel schwebt wie ein Damoklesschwert über den Firmen, deshalb muss die berufliche Bildung rasch und effizient gestärkt werden. 
Das beginnt bei der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung sowie deren gesellschaftlicher Anerkennung und setzt sich fort in einer besseren Finanzierung der beruflichen Bildungszentren und der Meisterausbildung.
Entscheidend wird für die Betriebe auch sein, wie sich die Steuer- und Abgabenlast entwickelt. Steuererhöhungen wären Gift für das Handwerk und die Gesamtwirtschaft. Und dann ist da auch noch Corona.
Die Bundesregierung muss loslegen!

„Die neue Bundesregierung bietet dem Handwerk Chancen, aber längst kein Schlaraffenland an."