Die Kasse muss stimmen!

Kommentar zur Bildung einer neuen Regierung (DHZ 20/2021)

Die Euphorie derer, die jetzt eine Bundesregierung stellen wollen, ist groß. Zu hart waren die Oppositionsbänke, zu lange die Wartezeit, um wieder mit entscheiden zu können.  Da ist die Gefahr groß, dass sich in dieser Stimmungslage Kompromisse ins Koalitionspapier einschleichen, die mittelfristig nicht haltbar sind.   Es wäre fatal, wenn nach einem halben Jahr das böse Erwachen kommt und die Koalitionäre feststellen, dass sie in zentralen Fragen eben doch nicht auf einer Linie sind. Alles jetzt dem durchaus wichtigen Thema Klimaschutz unterzuordnen, ist nicht der richtige Ansatz. Es braucht belastbare Antworten auf soziale Fragen, wie zum Beispiel der zunehmenden Schere zwischen Arm und Reich. Wie kann verhindert werden, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet? Oder wie bleibt die Arbeitswelt auch bei fortschreitender Digitalisierung im Gleichgewicht? Wie gelingt es künftig, Fachkräfte heranzubilden und in den Unternehmen zu halten? Das sind nur einige Fragen, die den Bürgern auf den Nägeln brennen. Zentrale Voraussetzung für die Lösung all‘ dieser Probleme ist jedoch, dass der Wohlstand weiter so bestehen bleibt.  Die vielen wunderhübschen Ideen, die gerade durch die Sondierungsgespräche und das Land geistern, müssen auch bezahlbar sein. 

„Die vielen wunderhübschen Ideen, die gerade durch die Sondierungsgespräche und das Land geistern, müssen auch bezahlbar sein.“