Die Stimmung ist am Kippen

Kommentar zur aktuellen Konjunkturumfrage und zur Notlage der vom Lockdown betroffenen Handwerksbranchen (DHZ 03/2021)

Sie alle kennen den Spruch: „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.“ Dieser Satz gilt heute mehr denn je. Was bei Redaktionsschluss noch Stand der Dinge war, kann durch schnelle politische Beschlüsse und Verordnungen plötzlich hinfällig sein.

Das Handwerk war lange geduldig und hat akzeptiert, was die Politik ihm an Einschränkungen auferlegt hat. Allerdings ist die Stimmung gerade deutlich am Kippen. Das lässt sich nicht nur an verschiedenen Umfragen ablesen, sondern unter anderem auch an Leserbriefen, die in den Redaktionen eingehen. Auch die Friseure und Kosmetiker waren sehr lange geduldig. Dass sie ihren Unmut und Protest äußern, ist mehr als legitim, vor allem weil es an Perspektiven fehlt.

Die Verantwortlichen in der Politik haben den Sommer und den Herbst verschlafen. Es gibt keine Konzepte, keine Ideen, wie sich ein Leben mit dem Virus vernünftig organisieren ließe. Wenn die Pandemie irgendwann überstanden ist, stellt sich vor allem die Frage, welche Rezepte es künftig für neue Viren geben wird. Wieder Laden dicht und irgendwann impfen? Das kann nicht die Antwort sein.

„Es gibt keine Konzepte, keine Ideen, wie sich ein Leben mit dem Virus vernünftig organisieren ließe.“