Digitale Zukunft - Handwerk neu denken

Kommentar zu Digitalisierung im Handwerk (DHZ 3 - 2018)

Digital unterstützte Anwendungen gehören inzwischen in sehr vielen Gewerken und Unternehmen des schwäbischen Handwerks zum betrieblichen Alltag. Mit digitalen Messgeräten werden z. B. Räume präziser und schneller vermessen und die gewonnenen Daten können sofort in weiteren Bereichen verarbeitet und genutzt werden. Wie selbstverständlich werden bald auch Roboter in gewissem Umfang eingesetzt. Arbeitserleichterung, Effizienz und geringere Kosten sind Vorteile, die die neuen Techniken den Handwerksunternehmen bescheren. Mit einem gezielten, professionellen und digitalen Marketing erschließen sich interessante Potenziale, z. B. in Form von Online-Shops, die es ermöglichen regionale Produkte überregional anzubieten.

Befürchtungen, dass durch den Einsatz dieser Techniken Handwerk im großen Stil verzichtbar wird, teile ich nicht. Handwerksgesellen oder -meister, die ihr Metier verstehen, sind wichtiger denn je. Denn sie verfügen dank ihrer soliden Ausbildung über das Wissen von Material und seinem Einsatz. Bei den individuellen Tätigkeiten des Handwerks ist dies weiterhin unverzichtbar.

Doch die Unternehmen müssen sich auf diese Umstrukturierungen vorbereiten. Es geht nicht nur um den Einsatz in der Produktion oder der Steuerung von Arbeitsabläufen und Prozessen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sind Datensicherheit, Datenschutz und IT-Recht wichtige Elemente für den erfolgreichen Einsatz der digitalen Techniken. Ich lege den Unternehmen ans Herz, diese Bereiche im Blick zu haben und bei Bedarf die Beratung ihrer Handwerkskammer in Anspruch zu nehmen.

“Handwerksgesellen oder Meister, die ihr Metier verstehen, sind wichtiger denn je.“