Hintersberger_Wagner_Rauch_24.01.18
HWK Schwaben

Digitales Arbeiten im Handwerk - aber sicher

Pressemitteilung

(hh) 23 Millionen Menschen sind 2017 deutschlandweit Opfer von Cyberkriminalität geworden. Dementsprechend war IT-Sicherheit im Handwerk ein bestimmendes Thema beim politischen Dialog zwischen dem Präsidenten der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) Hans-Peter Rauch, HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner und Staatssekretär Johannes Hintersberger (CSU).

Viele Handwerksunternehmen unterschätzen das Thema Datensicherheit und glauben, dass ihr Betrieb für Hacker nicht interessant ist. Doch die Angriffe auf Handwerksbetriebe durch Cyber­attacken häufen sich. Wenn sensible Daten gestohlen oder vernichtet werden, sind die finanziellen Folgen oft gravierend. „Erweiterte Aufklärung und Beratung sind dabei entscheidende Segmente, um Betriebe zu sensibilisieren“, betont Ulrich Wagner. Hier benötigt es Unterstützung durch die Landesregierung. Johannes Hintersberger stimmt ein: „Eine gezielte IT-Sicherheitsberatung für kleine Unternehmen beugt hohen finanziellen Schäden durch Angriffe vor.“

 

Keine EU-Mauterweiterung – Servicefahrzeuge wären betroffen



Bislang gilt die Lkw-Maut nur für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen. Das soll sich nach den Vorstel­lungen der EU nun ändern. Ab dem Jahr 2020 droht dann auch für viele Service- und Trans­portfahrzeuge von Handwerkern eine Mautplicht. Zurzeit nutzt Deutschland eine bestehende Ausnahmemöglichkeit und erhebt für Fahrzeuge zwischen 3,5 t und 7,5 t keine Lkw-Maut. Mit dieser Ausnahme könnte bald Schluss sein. Vehement lehnt das Handwerk eine Maut für Nutzfahrzeuge unter 7,5 t ab. Schwere Lkw (über 7,5 t) sind überproportional für den Straßen­verschleiß verantwortlich; dort macht eine Maut auch Sinn. Doch für Fahrzeuge unter 7,5 t, wie sie in der Regel von Handwerkern eingesetzt werden, ist eine Maut absolut nicht gerechtfertigt. „Die Leistungen des Handwerks dürfen nicht unverhältnismäßig teuer werden“, betont Hans-Peter Rauch. Johannes Hintersberger sagte diesbezüglich die Unterstützung der CSU zu.

 

Mehr Abiturienten ins Handwerk



Immer mehr Jugendliche nehmen ein Studium auf, während das Handwerk händeringend nach Lehrlingen sucht. An Gymnasien wird oft einseitig ausschließlich über Studienmöglichkeiten informiert, die duale Ausbildung bleibt dagegen außen vor. „Viele Abiturienten wissen gar nicht, welche Vorteile und Chancen eine handwerkliche Ausbildung bietet. Das wird sich nun hoffentlich ändern“, äußert sich Ulrich Wagner. Denn ab diesem Schuljahr soll die Berufsorientierung an Gymnasien neu aufgestellt werden. Studium und Ausbildung werden dann als gleichwertige berufliche Karrierewege präsentiert. 



Barrierefreies Bauen



Abschließend war das Thema „barrierefreies Bauen“ Gegenstand des Dialogs. Für Johannes Hintersberger ist dies ein wichtiges Anliegen: „Für Menschen mit Behinderung müssen im 21. Jahrhundert alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um ein gleichgestelltes Leben zu führen“. Geplant ist eine Informationsveranstaltung für Handwerksbetriebe, Planer und Architekten.