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Erste Quartalsumfrage 2017 der Handwerkskammer für Schwaben

Handwerk in Schwaben weiter in Hochstimmung

Zuversicht dank dicker Auftragspolster

 

(koh) Die Hochstimmung im Handwerk hält weiter an. Das erste Quartal 2017 wird von 90 % der schwäbischen Handwerksunternehmen positiv bewertet. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner: „Die konjunkturelle Hochphase im schwäbischen Handwerk setzt sich erfreulicherweise fort. Das Handwerk bleibt ein stabiler Pfeiler der Volkswirtschaft. Auf diesen Erfolgen dürfen wir uns aber nicht ausruhen. Für die Politik heißt das: die duale Ausbildung weiter stärken und fördern, Leistungsträger steuerlich entlasten und die öffentliche Infrastruktur ausbauen.“

Handwerksunternehmen mit Geschäftslage zufrieden  

Die Bewertung der eigenen Geschäftslage fällt im schwäbischen Handwerk überwiegend positiv aus. Neun von zehn befragten Unternehmen beurteilen ihre wirtschaftliche Situation mit gut oder befriedigend. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 3 Prozentpunkten. Ungeachtet politischer Unwägbarkeiten in den USA und Europa wie durch den Brexit, zeigt sich die handwerkliche Konjunktur robust. Auch wenn die stark gestiegene Inflationsrate die Kaufkraft schmälert, bleibt das Konsumklima günstig. Die Bau- und Ausbauhandwerke fungieren weiterhin als die starken Wachstumstreiber im Handwerk. Im Branchenvergleich schneidet das Ausbauhandwerk mit einem Anteil von 95 % zufriedenen Betrieben am besten ab. Auf Platz 2 liegt das Bauhauptgewerbe: 90 % der befragten Bauhandwerker bewerten ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Dahinter liegen die Gruppe der verbrauchernahen Dienstleistungen wie Friseure oder Optiker, die gewerblichen Zulieferer, das Kfz-Gewerbe und das Nahrungsmittelgewerbe mit ebenfalls hohen Zufriedenheitswerten.

Umsatzentwicklung noch zögerlich

Der Umsatzentwicklung fehlt es im ersten Quartal allerdings noch etwas an Schwung. Lediglich ein Fünftel der Betriebe verzeichnet ein Plus. Knapp jedes dritte Unternehmen muss einen Rückgang hinnehmen. Der handwerkliche Arbeitsmarkt zeigt sich dagegen robust. Ein Zehntel der Unternehmen hat im ersten Quartal zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. 14 % mussten die Zahl ihrer Stellen reduzieren.

Auftragsbücher prall gefüllt

Die Zahl der Auftragseingänge hat sich im ersten Quartal erfreulich entwickelt. Mehr als ein Viertel (26 %) der Firmen meldet einen Anstieg. Das sind deutlich mehr als noch im Vorquartal (15%). Somit sind auch die Auftragsbücher gut gefüllt. Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände steigt im ersten Quartal auf 8 Wochen. Das sind eineinhalb Wochen mehr als noch im Vorquartal und knapp eine Woche mehr als im Vorjahr. In den Bau- und Ausbauhandwerken liegt sie sogar bei 10 bzw. 9 Wochen. Es gibt aber auch eine Kehrseite des Erfolgs. Dazu Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner: „So erfreulich volle Auftragsbücher für die Betriebe sind, bedeutet es gleichzeitig längere Wartezeiten für die Kunden. Auch wenn Notfälle davon nicht betroffen sind, muss man sich auf längere Vorlaufzeiten insbesondere für größere Sanierungs- und Renovierungsarbeiten einstellen.“ Mit einer sorgfältigen und rechtzeitigen Planung gerade für umfangreiche Investitionsvorhaben lasse sich hier gegensteuern. Wagner weiter: „Gute Fachkräfte sind für unsere Firmen am Arbeitsmarkt nur noch schwer zu finden. Und über die Ausbildung rücken zu wenige Nachwuchskräfte nach. Bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen konnten wir zuletzt zwar ein leichtes Plus von 2 % erreichen. Das reicht aber nicht aus, den hohen Bedarf in vielen Gewerken zu decken.“ Zur Zeit sind rund 750 Ausbildungsplätze im schwäbischen Handwerk nicht besetzt.

 

Optimistische Aussichten

Für die kommenden Monate erwarten 92 % der schwäbischen Handwerksunternehmen eine positive Entwicklung ihrer Geschäftslage. Über 90 % der befragten Betriebe rechnen in den nächsten Monaten mit einer steigenden oder gleichbleibenden Umsatzentwicklung. 10 % wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Weitere 85 % gehen von einer stabilen Beschäftigung aus. Ein Viertel der Unternehmen kalkuliert mit höheren Auftragseingängen. Und lediglich 6 % rechnen mit einem Minus an Neuaufträgen. 



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