Exit - Notausgang
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Ganze Handwerksbranchen rollen auf Pleitewelle zu

Pressemitteilung

Bayern muss in Bund-Länder-Konferenz für Exit-Strategie und angepasste Liquiditätshilfen eintreten



Das schwäbische Handwerk fordert eine Exit-Strategie. Den geschlossenen Handwerksbetrieben muss eine Öffnungsperspektive gegeben werden. Dringend müssen darüber hinaus Liquiditätshilfen auf diese Unternehmen angepasst werden. Es bedarf zeitnaher und unbürokratischer Abschlagszahlungen, um die drohende Pleitewelle ganzer Handwerksbranchen zu verhindern. Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben appelliert an die Regierung: „Die Lage ist ernst für das Handwerk und den Mittelstand. Vielen Unternehmen geht in diesen Tagen das Geld aus. Die Existenz tausender gut geführter Betriebe steht auf dem Spiel, die unverschuldet in Not geraten sind. Es liegt an der Politik, diese Unternehmen vor dem Untergang zu bewahren und dafür zu sorgen, dass Hilfen unbürokratisch und schnell ankommen.“

Insolvenzen können nur durch baldige Öffnung verhindert werden

Der Lockdown trifft einige Gewerke direkt wie etwa Friseure, Kosmetiker, Maßschneider, Uhrmacher oder auch Gold- und Silberschmiede. Diese stehen aktuell praktisch ohne Geschäftsgrundlage da. Dazu kommt eine ganze Reihe mittelbar betroffener Gewerke, in denen wegen des Lockdowns wichtige Abnehmer fehlen. Durch die Schließung von Gaststätten und Hotels brechen etwa den Textil- und Gebäudereinigern oder zuliefernden Lebensmittelgewerken wichtige Kundengruppen weg. Bäcker, Konditoren und Metzger haben zudem noch massive Einbußen durch die Schließung ihrer Cafés bzw. Mittagsimbisse. Dramatisch steht es auch um alle Gewerke rund um Messen, Ausstellungen und Veranstaltungen. „Wir appellieren deshalb an die Politik: Nur eine baldige Öffnung kann viele Handwerksbetriebe oder sogar ganze Handwerksbranchen noch vor der Insolvenz retten!“

Ausgeklügelte Hygienekonzepte und Arbeitsschutzstandards

Nach aktueller Erfahrung beeinflussen Handwerksbetriebe das Infektionsgeschehen nicht negativ. Mit erheblichem finanziellem Aufwand wurden ausgeklügelte Hygienekonzepte und Arbeitsschutzstandards entwickelt und umgesetzt. Deren Erfolg haben allen voran die Friseure und Kosmetiker bewiesen, da sie zu keiner Zeit als Corona-Hotspots aufgefallen sind. „Und wie sind Kontakte besser nachzuverfolgen als durch die akribisch erfassten Kundendaten bei Salon- und Studiobesuchen“, erklärt Rauch.  

Exit-Strategie und angepasste Liquiditätshilfen nötig

Etliche Betriebe warten noch immer auf staatliche Hilfe oder kommen gar nicht in den Anwendungsbereich der Förderprogramme. So kann die Überbrückungshilfe III noch nicht beantragt werden. Die vielen Vorgänger-Hilfsprogramme sind mit der Auszahlung in Verzug, die Kriterien für die Antragstellung sind zu kompliziert oder passen nicht. Gerade die Friseurbetriebe fallen völlig durch alle Hilfsprogramme und bekommen keine finanziellen Hilfen. Das Kurzarbeitergeld ist in der Regel beantragt, aber oft noch nicht ausbezahlt. Bei der Grundsicherung Hartz IV stellt sich das gleiche Problem.

Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner: „Die finanziellen Reserven unserer kleinen und mittleren Handwerksbetriebe, die schon den zweiten Lockdown erleiden, sind aufgebraucht. Weil auch die staatlichen Hilfsgelder ausbleiben oder nur spärlich fließen, müssen unsere Unternehmen baldmöglichst wieder arbeiten dürfen. Wir fordern deshalb, dass sich Bayern in der kommenden Bund-Länder-Konferenz für die Wiederöffnung unserer in ihrer Existenz bedrohten Handwerksbetriebe, für eine Exit-Strategie und für auf diese Unternehmen angepasste Liquiditätshilfen einsetzt. Schnelle Möglichkeiten wären Soforthilfen oder unkomplizierte Überbrückungsgelder.“

Sylvester-Susanne

Dipl.-Kauffrau Susanne Sylvester

stv. Geschäftsbereichsleitung Unternehmensentwicklung und Kommunikation

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