Höhenflug hält an

Kommentar zur Konjunktur im Handwerk (DHZ 20/2019)

Aber Risiken nehmen zu

 

Der konjunkturelle Höhenflug des Handwerks setzt sich fort. Erneut beurteilt der überwiegende Teil der schwäbischen Handwerksbetriebe seine Geschäftslage mit gut bzw. befriedigend. 

 

Doch es gibt auch eine zweite Seite der Medaille. Das Handwerk spürt immer stärker den Mangel an Fachkräften. Viele Ausbildungsplätze konnten nicht besetzt werden. Der demografische Wandel ist deutlich zu spüren, die Lust auf Handwerk – und eine handwerkliche Ausbildung – könnte höher sein. So ist der Markt an tüchtigen Gesellen geradezu leergefegt. Das personalintensive Handwerk braucht aber gut ausgebildete Fachkräfte, die in der Lage sind, die komplexen Techniken, die die Digitalisierung mit sich bringt, zu beherrschen. Menschen werden auch in Zukunft in den Unternehmen unverzichtbar sein und nicht durch Maschinen und Technik ersetzt werden.  

Trotz einer robusten Binnenkonjunktur, die im Handwerk für gute Geschäfte sorgt, werden der schwache Export und die Unsicherheiten im Außenhandel auch Auswirkungen auf das Handwerk haben. Vor allem die handwerklichen Zulieferer der Industrie können sich dem nicht entziehen. Diese Unwägbarkeiten werden sich mit gewisser zeitlicher Verzögerung auch auf Wachstum und Beschäftigung auswirken. Bei aller Freude über die gute Handwerkskonjunktur müssen wir dies im Hinterkopf behalten.



"Der demografische Wandel ist deutlich zu spüren, die Lust auf Handwerk – und eine handwerkliche Ausbildung – könnte höher sein."