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Höhenflug mit kleinem Dämpfer

Breite Zufriedenheit – mit Ausnahmen

Der Höhenflug im Handwerk hat im vierten Quartal 2019 einen Dämpfer erhalten. Die Umsatz- und Auftragsentwicklung hat an Schubkraft verloren. Dennoch hält die überwältigende Mehrheit der schwäbischen Handwerksunternehmen an ihrem Optimismus fest. Wie schon im Vorquartal bewerten 94 % der Betriebe ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Im Vorjahr waren es 91 %.

In den beschäftigungsstarken Bau- und Ausbauhandwerken laufen die Geschäfte weiter rund. 96 % der Baufirmen sind mit ihrer Situation zufrieden, ähnlich gut schneidet das Kfz-Handwerk ab. Aus den konsumorientierten Handwerken, besonders von den Bäckern oder Metzgern, kommen ebenfalls positive Rückmeldungen. Skeptischer fallen die Beurteilungen dagegen bei den gewerblichen Zulieferern, wie z. B. den Metallbauern, aus. 14 % bezeichnen ihre Lage als schlecht, lediglich 86 % sind zufrieden.



Auftragsbücher nicht mehr ganz so dick

Die Auftragsreichweite geht auf 9,0 Wochen zurück. Im Vorquartal lag sie noch knapp eine halbe Woche höher. Die höchsten Werte melden weiterhin die Bau- und Ausbauhandwerke mit knapp 11 Wochen. Auch die Aufträge sprudeln weniger: Lediglich 16 % der Firmen verzeichnen ein Auftragsplus. Im Vorquartal waren es noch 20 %. Gleichzeitig berichten 20 % über einen Rückgang an Neuaufträgen. Besonders betroffen sind – saisonal bedingt – Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe (25 %) sowie die gewerblichen Zulieferer (29 %).



Droht ein Ende des Höhenflugs?

Ist das Ende der konjunkturellen Hochphase im Handwerk nun eingeläutet? Für die Bau- und Ausbauhandwerke und die konsumorientierten Gewerke, die nach wie vor von einer hohen Kaufkraft und einer stabilen Konsumlaune profitieren, gilt das keineswegs. Allerdings spüren die gewerblichen Dienstleister und Zulieferer aus dem Handwerk den Abwärtssog der Industrie.

Der Ausblick auf die kommenden Monate ist daher verhalten optimistisch. 12 % der Betriebe glauben an eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. 77 % gehen davon aus, dass sich an ihrer Situation nichts ändern wird. Mit einer wirtschaftlichen Verschlechterung kalkulieren 11 %. Umsätze und Auftragseingänge werden sich nach Einschätzung der Unternehmen nur mit zögerlichem Schwung entwickeln.

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