PressemitteilungHWK Schwaben informiert Nachwuchssportler über das Handwerk

(treu) Wenn ein Fußballprofi interviewt wird, dann muss es nicht immer um seinen Sport gehen. Alexander Manninger, erfolgreicher Bundesligatorwart des FC Augsburg und gelernter Schreiner machte gemeinsam mit seinem 17-jährigen Clubkollegen, U-19-Spieler Kai Wagner klar, wie wichtig es gerade für Nachwuchsspieler ist, sich neben dem Sport ein berufliches Standbein zu schaffen. Über 80 Jung-Profis der Bundesligisten FC Augsburg und von den Augsburger Panthern hatten zusammen mit ihren Trainern, Betreuern und Eltern die Gelegenheit, eine Informationsveranstaltung der HWK Schwaben unter dem Titel "Das Handwerk sucht junge Talente" zu besuchen, bei der Karrierewege ins Handwerk präsentiert wurden. An sieben Stationen konnten die Jugendlichen auch ihr Geschick in verschiedenen handwerklichen Berufsfeldern erproben. Gerhard Wiedemann, stv. Aufsichtsratsvorsitzender des FC Augsburg und Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) eröffneten die Veranstaltung. Anwesend war auch HWK-Präsident Hans-Peter Rauch und die Vizepräsidentin des AEV Simone Mantke-Brendel.

"Auch wenn Ihr Euch derzeit voll und ganz auf den Fußball konzentriert und Eure Zukunft im Profigeschäft seht, es ist nie verkehrt, auch einen Plan B in der Hinterhand zu haben," sagte Wagner zu den jungen Nachwuchsspielern der beiden Bundesligavereine. Denn nicht immer läuft eine sportliche Karriere wie gewünscht ab. Dessen sind sich auch die Verantwortlichen in den Vereinen bewusst und deshalb wird in der Jugend- und Nachwuchsarbeit höchste Priorität auf eine parallel laufende berufliche Orientierung der jungen Menschen gelegt.

Dies unterstrich auch Gerhard Wiedemann: "Wir wissen, dass es nur wenige talentierte Spieler in den Profi-Fußball schaffen. Deswegen kümmern wir uns beim FCA auch darum, dass die Jungs an Alternativen denken. Eine wichtige Fähigkeit für einen Beruf im Handwerk bringen sie ja schon mit: den Teamgeist." Wiedemann erinnerte sich daran, dass er selbst vor 51 Jahren die Ausbildung zum Maschinenbauer absolviert habe und nannte das Erlernen eines Berufes eine "faszinierende, positive Erfahrung".

HWK Schwaben vermittelt Nachwuchsspieler Ausbildungsplatz

Bestes Beispiel dafür war an diesem Abend der 17-jährige Fußballer Kai Wagner, der seit Jahresbeginn in der U-19 für den FC Augsburg spielt. Der junge Mann aus Lonsee in Baden-Württemberg hatte zuvor sechs Jahre für den SSV Ulm 1846 das Leder getreten und ist dann zum Bundesligisten gewechselt. Ausschlaggebend dafür waren jedoch nicht nur die sportlichen Perspektiven, sondern vor allem auch, dass Kai Wagner hier seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei der Firma Bold in Augsburg nahtlos weiterführen konnte. Sein Faible für die Schule habe sich in Grenzen gehalten und er sei froh gewesen, nach dem Realschulabschluss nun ein Handwerk erlernen zu können. Berührungspunkte zur SHK-Branche gab es bereits durch den elterlichen Betrieb. Die HWK Schwaben hatte sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz stark eingebracht. "Als Partner des FC Augsburg haben wir als Handwerkskammer natürlich alles dafür getan, dass dieser junge Mann einen guten Ausbildungsplatz in Augsburg findet," betont Ulrich Wagner, HWK-Hauptgeschäftsführer und berichtet auch davon, dass derzeit weitere FCA-Nachwuchsspieler in eine handwerkliche Berufsausbildung vermittelt werden.

Auch für Bundesligatorwart Alexander Manninger (37) war die Ausbildung zum Tischler etwas Besonderes: "Ich komme aus einer Handwerkerfamilie. Mein Vater war Bäcker und mein Ausbildungsbetrieb lag gleich um’s Eck. Der Beruf des Schreiners ließ sich von den Arbeitszeiten gut mit meinem Sporttraining verbinden und ich war stolz etwas zu arbeiten, was nicht mit Hobby zu tun hatte," sagte Manninger im Interview mit Susanne Sylvester, HWK-Geschäftsbereichsleiterin Unternehmensentwicklung und Kommunikation. Noch heute habe er Kontakt zu Berufskollegen und er hielt es nicht für ausgeschlossen, auch wieder handwerklich tätig zu sein. Von Manninger kam auch die Botschaft, dass "die Lehre für den Sport prägt". Denn in beiden Leistungsbereichen ist Disziplin und das Befolgen von Richtlinien unverzichtbarer Teil des Erfolgs.

Talent in Sport und Handwerk wichtig

Regelmäßig veranstaltet die HWK Schwaben solche Berufsinfoveranstaltungen, die den jungen Sportlern berufliche Möglichkeiten außerhalb des Fußballplatzes aufzeigen. Wer im Stadion nicht mehr punkten kann, hat trotzdem die Chance, die richtige Berufswahl zu treffen und seine Erfolge zu feiern. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben: "Im Handwerk wie im Fußball oder im Eishockey ist eines gleichzeitig gefragt: Talent. Und auch die anderen Attribute, wie Leistungsbereitschaft, Einsatz und Zuverlässigkeit sind für beide Felder wichtig. Spitzensport und Spitzenhandwerk passen einfach gut zusammen. Wenn aktive Sportler sich für Handwerksberufe begeistern können, dann geht davon mit Sicherheit eine Signalwirkung aus." Auch bei den Eltern kommt diese berufliche Orientierung neben dem Sport ausgezeichnet an. Manuela Heckmeier aus Friedberg findet die Veranstaltung bei der HWK super. "Wir haben uns gleich für diese Berufsorientierung angemeldet und ich finde es klasse, dass die Jungs hier gleich ein Handwerk ausprobieren können. Eine Lehre nach der Schule ist einfach optimal und ich hoffe, dass bei meinem Sohn etwas rüber kommt," sagt die Mutter von Tim, der in der U 14 beim FCA spielt.

Talente entdecken - handwerkliche Fähigkeiten erproben

Die jungen Fußballer und Eishockeyspieler konnten sich ein Bild vom Handwerk mit seinen vielfältigen Berufs- und Karrieremöglichkeiten machen, die im theoretischen Teil des Abends vorgestellt wurden. Die Praxis stand bei der Veranstaltung, die bereits zum fünften Mal stattfand, im Vordergrund. Im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der HWK Schwaben konnten die Jugendlichen ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen und in den Werkstätten in sieben verschiedene handwerkliche Berufsfelder hineinschnuppern. So erprobten sie sich als Schreiner, Maler und Lackierer, Elektriker, Konditoren, Fotografen und im Metall- bzw. Bauhandwerk.

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Dipl.-Kauffrau Susanne Sylvester

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