Kommentar zu Es gibt noch andere Themen

2015 - DHZ 23

Gesellschaft sichern

Wenn wir in den letzten Wochen die Nachrichten verfolgen, dann beherrschen zwei Themenfelder die Meldungen, Leitartikel und Kommentare: die Flüchtlingskrise und Terroranschläge. Die Angst vor dem Terror bewegt die Menschen und es wächst die Sorge, dass der scheinbar unendliche Zustrom von Flüchtlingen nicht mehr beherrschbar ist. Das sind zweifelsohne hochbrisante, politische Komplexe, die national und international grundlegend gelöst werden müssen.

Dennoch dürfen darüber andere, wichtige Probleme nicht verschüttet werden. Nur wenn wir uns wirtschaftlich-politisch weiter entwickeln, werden wir auch die Kraft und das Geld haben, die Flüchtlings- und Terrorfragen zu lösen. Deshalb muss das politische Augenmerk auch und mit der gebotenen Intensität auf Herausforderungen wie die Fachkräftesicherung, die Steuerreform (Stichwort: Erbschaftssteuer) oder die Weiterentwicklung neuer Technologien gerichtet sein. Nur noch am Rande sind die sozialen Sicherungssysteme im politischen Fokus, dabei sind sie alles andere als stabil und zukunftsfest. Auch hier besteht dringender Handlungsbedarf und es darf nichts, aber auch gar nichts versäumt werden.

Wenn es nicht gelingt, ein tragfähiges Konzept für diese sich wandelnde Gesellschaft im Zusammenspiel mit der Wirtschaft zu entwickeln und sie zusammenzuhalten, dann werden uns diese Versäumnisse mittelfristig auf die Füße fallen.

 "Nur wenn wir uns wirtschaftlich-politisch weiter entwickeln, werden wir auch die Kraft und das Geld haben, die Flüchtlings- und Terrorfragen zu lösen."