Kommentar zu gesellschaftliches Engagement für Flüchtlinge und Asylbewerber

2015 - DHZ 9

HWK zeigt gesellschaftliches Engagement

Bund in der Pflicht

Das Zusammentreffen mit jungen Flüchtlingen hat stets eine besondere Qualität. Diese Jugendlichen haben schwere Wege hinter sich und sind in den meisten Fällen sehr begierig wieder Boden unter den Füßen und eine Lebensperspektive zu bekommen. Solche Begegnungen sind auf jeden Fall berührend.

Die Handwerkskammer verfügt über eine hohe Kompetenz, Flüchtlinge und Asylbewerber auf eine handwerkliche Tätigkeit vorzubereiten und dann in den handwerklichen Arbeitsmarkt zu integrieren. Unser Wissen und unsere Netzwerke setzen wir ein und können inzwischen achtbare Erfolge vorweisen. Wir freuen uns über eine Vielzahl von Unternehmen, die hier enormes Engagement zeigen und eben nicht nur Praktika anbieten und ausbilden, sondern auch engagiert große Verantwortung für diese gesellschaftliche Aufgabe übernehmen.  Denn - diese Menschen sind nun einmal hier und es ist besser, sich ihrer gezielt anzunehmen, als sie an den Rand unserer Gesellschaft zu drängen.

Natürlich nehmen wir auch kritische Stimmen aus dem Unternehmerkreis ernst. Doch keine Sorge, unsere vielfältigen Aufgaben in der Ausbildung für junge Menschen aus unserer Region leiden darunter keineswegs. Das Engagement für Flüchtlinge ist nur eine weitere Facette unserer Arbeit.

Alleine allerdings können die Kammer und die schwäbischen Handwerksbetriebe diese Herausforderung nicht stemmen - und das ist auch nicht unser Auftrag. Es braucht die Verteilung auf viele Schultern und es braucht unabdingbar auch klare Regelungen. Hier ist die Politik gefordert und letztlich auch der Bund, der entsprechende Mittel zur Verfügung stellen muss. Dazu gibt es keine Alternativen.

 

"Es braucht die Verteilung auf viele Schultern"