Kommentar zu lebendigem Museum

2015 - DHZ 11

Jugend über Tradition erreichen

Lebendiges Museum

Wenn ich unser Schwäbisches Handwerkermuseum besuche, dann kann ich auch nach vielen Jahren stets etwas Neues entdecken. Unser Schmuckkästchen verzaubert nicht nur durch seine idyllische Lage und sein heimeliges Ambiente, es ist auch ein schier unerschöpflicher Quell handwerklichen Ideenreichtums über Jahrhunderte hinweg. Wie findig und einfallsreich - quer durch alle Gewerke - waren und sind Handwerker!

Dass sich ein ganzer Wirtschaftszweig diese fundamentale Kreativität erhalten konnte und diese heute noch in höchstem Maße pflegt, das fasziniert mich enorm. Und genau darin liegt ein wichtiger Ansatz unserer Arbeit heute. Kinder und Jugendliche, die unser Schwäbisches Handwerkermuseum besuchen, sind sehr wohl aufgeschlossen für frühere Entwicklungen. Sie möchten wissen, wie's gemacht wurde und sie fühlen sich angesprochen von den oftmals einfachen Kniffen, die die Arbeit der Menschen erleichtert haben. Gut lässt sich hier der Bogen zu Methoden, die heute im Handwerk Anwendung finden, spannen und es lässt sich Interesse für unsere Berufe und Tätigkeiten wecken. Denn es ist beileibe nicht so, dass junge Menschen ausschließlich auf ihre Handys, PCs und Computerspiele "abonniert" sind. Das freut mich persönlich sehr, denn ich habe die feste Überzeugung, dass das Handwerk eine ausgezeichnete Berufs- und Lebensperspektive bietet.

So erfüllt unser Schwäbisches Handwerkermuseum nicht nur die wichtige Aufgabe handwerkliche Gerätschaften und Tätigkeiten zu bewahren, sondern es bildet auch die Brücke von der Tradition in die Zukunft. Daher kommen wir dem Auftrag, dieses Kleinod zu hegen und zu pflegen, gerne und mit großem Engagement nach. Es ist ein Schmuckkästchen in vieler Beziehung.

"Wie findig und einfallsreich - quer durch alle Gewerke - waren und sind Handwerker!"