Kommentar zu Oh my Brüssel!

2017 - DHZ 4

Das Wichtige erkennen



Über Europa und der europäischen Einheit brauen sich immer dunklere Wolken zusammen, die EU-internen und auch weltpolitischen Probleme erreichen bedrohliche Ausmaße – und die EU-Kommission hat angesichts dieser Lage offensichtlich nichts wichtigeres zu tun als sich mit der „Verhältnismäßigkeit von Berufsreglementierungen“ zu beschäftigen.

Ja ist das denn zu fassen? Hat die Kommission denn keine anderen Sorgen, als erneut den deutschen Meisterbrief zu attackieren und zu versuchen ein bewährtes System zu auszuhebeln? Dabei ist vom Europäischen Gerichtshof schon längst geklärt, dass die Berufsreglementierung in der nationalen Verantwortung liegt. Auch der deutsche Bundestag hat seine Ablehnung klar zum Ausdruck gebracht.

Über dieses Votum setzt sich Brüssel einfach hinweg und verfolgt die eigene starre Linie. Angesichts der weltpolitischen Situation ist dies ein gefährliches Vorgehen. Denn anstatt den positiven europäischen Gedanken voranzubringen und wichtige Weichenstellungen in den internationalen Beziehungen vorzunehmen, werden viele, viele Bürger in der EU verprellt. Sie fragen sich oft zurecht, ob solche Detailregelungen wirklich notwendig und effektiv sind und wo das große Ganze bleibt – nämlich der europäische Gedanke.



„Hat die Kommission denn keine anderen Sorgen, als erneut den deutschen Meisterbrief zu attackieren?“