Kommentar zu Welt ist nicht aus den Fugen

2017 - DHZ 3

Trotz Trump und Brexit



Überzeugende Konjunkturwerte, fast 2% Wachstum in Deutschland und Rekordeinnahmen bei den Steuern. Alles in allem gute Gründe mit Optimismus in die Zukunft zu blicken. Dennoch schwingt derzeit in vielen Gesprächen Sorge, ja in Teilen auch Angst mit. Gerade im Gespräch mit Wirtschaftsvertretern kommt oft die Aussage: „Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten.“ Großen Anteil daran hat, neben der Finanzkrise und der Flüchtlingssituation, die demokratische (!) Wahl von US-Präsident Trump. Im schnellen Galopp begann er sofort nach seiner Amtseinführung damit, Pläne umzusetzen, die er während des Wahlkampfes angekündigt hatte: Ausstieg aus dem pazifischen Wirtschaftsbündnis TTP, Zustimmung zum Bau von höchst umstrittenen Ölpipelines (Klimaschutz ade) und harsche, drohende Worte in Richtung NATO und EU (Wertegemeinschaft ade). Zu diesem amerikanischen Szenario gesellt sich dann noch die Ankündigung eines harten Brexit. Die bisherige westlich Ordnung scheint sich aufzulösen. Vielen macht dies Angst.

Die Weltordnung wird sich wandeln. Sie wird multipolar werden und speziell für Deutschland und die europäischen Staaten gilt es sich in diesen neuen Konstellationen auch neu auszurichten und offen zu sein für andere Partnerschaften. Wir sind eine weltoffene Gesellschaft und dürfen uns diese nicht von Strömungen, die Nationalismus und Protektionismus predigen, zerstören lassen. Gelassenheit in der Krise, eine gewisse Grundzuversicht, vielleicht auch eine Rückbesinnung auf den ursprünglichen europäischen Gedanken und Frieden und Freiheit sowie das Festhalten an unseren Werten sind dazu geeignete Mittel.



„Die bisherige westliche Ordnung scheint sich aufzulösen.“