Kommentar zu Wirtschaft nicht überfordern

2016 - DHZ 5

Staat muss agieren

Deutschland steht in diesen Monaten wegen der vielen Flüchtlinge vor einer Mammutaufgabe. Das ist den Verantwortlichen in unserem Land bewusst und daher werden jetzt auf allen Ebenen Programme aufgelegt und Projekte platziert. Integration durch Arbeit ist der Schlüssel für eine gelingende Einbindung in unsere Gesellschaft. Das ist sicher richtig und flugs wird nun die Wirtschaft in die Verantwortung genommen, passende Lösungen anzubieten – und auch zu bezahlen.

Dies ist aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss deshalb auch vorrangig aus Steuermitteln finanziert werden. Es wird bereits sehr viel von den Unternehmen und auch der Bevölkerung geleistet und das verdient Dank und Anerkennung. Doch man muss auch ehrlich sein. In vielen Fällen läuft es eben nicht wie am Schnürchen, da muss nachgesteuert werden, da braucht es individuelle Begleitung und oft auch mehrere Anläufe. Das ist sehr zeitaufwändig und erfordert von allen Beteiligten gute Nerven, Geduld, Verständnis und es kostet obendrein viel Geld. Dennoch bleibt uns gar nichts anderes übrig als an einem Strang zu ziehen. Die Flüchtlinge sind hier und wir müssen alles daran setzen, sie in unsere Systeme einzugliedern. Das kann uns nur gelingen, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Rechtliche Klarheit, Planungssicherheit für die Unternehmen, eine zentrale Koordination aller Maßnahmen - und dies möglichst rasch und überschaubar.

Ein geordneter Rahmen, klare Regeln und eine ausreichende Finanzierung sind der Schlüssel zum Erfolg. Das Schlimmste wäre, wenn Unternehmen mehrfach Schiffbruch erleiden und dann von der Beschäftigung von Flüchtlingen Abstand nehmen würden.

 „Es bleibt uns gar nichts anderes übrig als an einem Strang zu ziehen.“