Kommentar zur Konjunktur im Handwerk

2017 - DHZ 14

Im Handwerk brummt die Konjunktur

Die Konjunktur im Handwerk eilt von Erfolg zu Erfolg. Erneut melden die schwäbischen Handwerksunternehmen Spitzenwerte. Das ist höchst erfreulich, doch für die Unternehmer mit ihren Mitarbeitern, die quasi im Dauereinsatz sind, eine große Anstrengung. Eine Reihe von Betrieben leidet unter dem Mangel an Fach- und Nachwuchskräften und die Lage wird sich weiter verschärfen. Jetzt ist Vorsicht geboten: Die Fachkräftelücke kann schnell zur Wachstumsbremse für das personalintensive Handwerk werden. Daher ist jeder Unternehmer gut beraten sich in der Öffentlichkeit als attraktiver Arbeitgeber zu vermarkten und die Nachwuchswerbe-Aktionen des Handwerks und der Handwerkskammer zu nutzen.

Aber auch Unternehmen die personell gut aufgestellt sind, müssen aufmerksam die globalen Entwicklungen verfolgen. Die extrem gute Binnenkonjunktur ist das eine, die durchaus vorhandenen Risiken im Welthandel sind das andere. Viele Handwerksbetriebe in Schwaben sind als Zulieferer internationaler Unternehmen tätig und daher stärker den internationalen Konjunkturschwankungen ausgeliefert. Brexit, Strafzolldrohungen der USA und hohe Außenhandelsüberschüsse können schnell zur Konjunkturkrise in Deutschland werden. Und: Im internationalen Vergleich hinkt die öffentliche Infrastruktur den tatsächlichen Erfordernissen in bestimmten Bereichen immer noch hinterher. Gerade in der Infrastruktur, beim Breitbandausbau und der Digitalisierung hat Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Deutschland braucht auch dafür ein starkes Handwerk in ökonomischer genauso wie in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht. Dass dies auch in Zukunft so bleibt, ist Aufgabe der politisch Verantwortlichen. Gerade in Wahlkampfzeiten kann man nicht oft genug daran erinnern.



"Einfach Spitze!"