Handwerkerfrühschoppen 1
HWK Schwaben

Langer Wunschzettel des Handwerks

Pressemitteilung

Interessanter Meinungsaustauch zwischen Handwerk und Politik

 

(treu) Zum traditionellen Handwerker-Frühschoppen der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) kamen über 140 Gäste in den Gromerhof nach Illerbeuren. HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner forderte: „Es muss bei allen politischen Vorhaben immer bedacht werden, dass die Wirtschaft und damit auch das Handwerk nicht geschwächt werden. Denn die Unternehmen und ihre Mitarbeiter sind es, die den Wohlstand in unserem Land erwirtschaften.“ Zahlreiche Politiker, darunter Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Vertreter aus den Landkreisen, den Städten und Gemeinden diskutierten mit Ehrenamtsträgern, Unternehmern und Beschäftigten aus dem Handwerk. Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben, hatte auch einen langen Wunschzettel für die anwesenden Politiker parat: „Wir brauchen endlich sinnvolle und praktikable Lösungen für den Klimaschutz und die Entlastung der Unternehmen von überbordender Bürokratie.

 

Energetische Gebäudesanierung als Herzstück des Klimaschutzes

In Teilen positiv bewertete Rauch das jüngst verabschiedete Klimapaket der Bundesregierung. Speziell die Förderung der energetischen Gebäudesanierung sei ein großer Schritt nach vorne: „Schlecht isolierte Gebäude sind für einen nennenswerten Teil der CO2-Belastung verantwortlich. Und das Handwerk hat die Lösung für das Problem. Wir dämmen Wände und Dächer. Wir bauen gedämmte Fenster und Türen ein. Für viele Haus- und Wohnungsbesitzer sind solche Maßnahmen ein finanzieller Kraftakt. Die geplante Förderung wird diese Investitionen erleichtern. Da sie auf 10 Jahre ausgerichtet ist, haben die Betriebe die nötige Planungssicherheit. Damit wäre einer unserer Wünsche schon erfüllt.“

Kritisch hingegen sieht Rauch das geplante Verbot von Ölheizungen ab 2026. Auch wenn es hierfür weitreichende Ausnahmen gibt, ist dies der komplett falsche Weg. Die Handwerkskammer spricht sich in diesem Bereich für eine strikte Offenheit bei der Technologie aus. „Wir wünschen uns mit Blick auf die Ölheizungen, dass die Politik weder einseitig bestimmte Technologien fördert, noch andere verbietet. Lassen Sie uns die besten Technologien am Markt durchsetzen!“ Unstrittig war für Rauch jedoch, dass nur mit einer starken Konjunktur die Klimawende auch finanziert werden kann.

 

Bürokratiebelastung heizt Stimmung in den Betrieben unnötig auf

Besonders belastet fühlen sich Handwerksbetriebe von Vorschriften, Verordnungen, Kontrollmeldungen, Statistiken oder weiteren Auflagen, die von den Unternehmen zu bearbeiten sind. So habe vor kurzem ein Bäckereibetrieb der HWK auf drei eng beschriebenen A4-Seiten über 80 Punkte aufgelistet, die der Betrieb an Bürokratielasten zu bewältigen habe. „So etwas geht einfach nicht! Wir sind Handwerker und keine Verwalter!“, schimpfte der Präsident. „Und es bleibt nicht dabei. Täglich kommen immer neue Belastungen hinzu. Aktuell gehe es auch um die Reform der Kassensicherungsverordnung. Danach müssen auch kleine Bäckereien, Friseursalons und andere Gewerke nächstes Jahr verpflichtend Kassenbons ausgeben. Dazu müssen die Betriebe ihre Kassen nachrüsten oder ersetzen. Es fallen also neue Kosten an. Zudem entstünden pro Jahr Milliarden neuer Kassenbons. „Wie das mit den Schwerpunktthemen Klimaschutz und Digitalisierung vereinbar sein soll, bleibt das Geheimnis der Bundesregierung“ fragte Rauch. „Wie sollen wir hier Nachwuchshandwerker für einen Meisterkurs und eine spätere Betriebsübernahme motivieren? Mit solchen Vorschriften werden die richtigen Bemühungen der Politik behindert, den Meister wie das Handwerk insgesamt attraktiver zu machen,“ stellte er fest. Rauch hatte zwar Anerkennung für die Bemühungen der Bundesregierung z. B. mit dem Bürokratie-entlastungsgesetz (BEG III), aber „da brauchen wir noch mehr“ forderte er.

Damit lieferte Rauch genügend Themen für die anschließende Diskussion zwischen den anwesenden Handwerkern und den Politikern.

HWK Frühschoppen_2019
Schöllhorn, HWK Schwaben

Zünftige Musi der „Dorfheiligen“ beim Handwerker-Frühschoppen in Illerbeuren. Von links: Erwin Kastenmayer, HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner, HWK-Präsident Hans-Peter Rauch und Lars Eggers.



HWK Frühschoppen_2019_1
Schöllhorn, HWK Schwaben

Von links: Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber, HWK-Vizepräsident Paul Brugger, MdL Klaus Holetschek, Oberbürgermeister Stefan Bosse, MdL Angelika Schorer, MdL Thomas Kreuzer, HWK-Präsident Hans-Peter Rauch, MdL Thomas Gehring, MdL Alexander Hold, MdB Stephan Thomae, MdB Stephan Stracke, MdL Johann Häusler, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner mit den Musikern von den „Dorfheiligen“



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