Konjunktur
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Schwäbisches Handwerk setzt Erholungskurs fort

Konjunkturumfrage: Stimmung in den Unternehmen bessert sich weiter

(koh) Die schwäbischen Handwerksunternehmen stemmen sich weiter erfolgreich gegen widrige Umstände und sind in der Mehrzahl optimistisch gestimmt. Die Ergebnisse der aktuellen Herbstumfrage unterstreichen, so HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner, dass das regional verankerte Handwerk einen wesentlichen, aber oft unterschätzten Beitrag zu einer stabilen Wirtschaft leistet. Im Hinblick auf die gegenwärtigen Gespräche eines möglichen Ampelbündnisses sagt Wagner: „Die nächste Bundesregierung muss dafür sorgen, dass sich der Erholungsprozess verstetigt. Steuererhöhungen wären da absolut kontraproduktiv und würden die Konjunktur abwürgen. Nur mit starken Unternehmen, die für Beschäftigung und damit Steuereinnahmen sorgen, können die anstehenden Aufgaben beim Klimaschutz oder der digitalen Transformation auch solide finanziert werden.“

Bau und Ausbau unverändert stabil, Krisengewerke holen schrittweise auf

Quer über alle Branchen sind knapp 90 % der befragten Handwerksbetriebe mit ihrer Geschäftslage im 3. Quartal zufrieden. Nur 10 % beurteilen die eigene wirtschaftliche Situation als schlecht. Gegenüber dem Vorquartal hat sich der Anteil positiv gestimmter Betriebe um knapp 5 Prozentpunkte und gegenüber dem Vorjahreswert um knapp 10 Prozentpunkte erhöht. Damit gewinnt der wirtschaftliche Aufholprozess im Handwerk nach dem coronabedingten Einbruch weiter an Fahrt. In den Bau- und Ausbaugewerken äußern sich rd. 95 % zufrieden. Für Probleme sorgen aber weniger die Pandemieeinschränkungen, sondern vielmehr Lieferengpässe und stark gestiegene Preise für Vorprodukte und Baumaterialien. Im Bauhauptgewerbe berichten rd. 75 % der Betriebe über gestiegene Einkaufspreise, im Ausbauhandwerk sind es sogar 87 %. Zu den erfreulichen Ergebnissen zählt, dass sich die Stimmung in den konsumnahen Gewerken wie dem Kfz-Handwerk und noch mehr bei den Dienstleistern wie den Friseuren weiter verbessert hat. Zwar gehören die handwerklichen Dienstleister mit Zufriedenheitswerten von 70 % zu den Schlusslichtern, haben aber gegenüber dem Vorquartal (59 % zufriedene Betriebe) stark aufgeholt.

Auftragsreichweite leicht gesunken

Insgesamt melden 80 % der Unternehmen eine stabile bzw. steigende Zahl an Auftragseingängen. Die Auftragsbücher sind jedoch nicht mehr ganz so voll. Im Schnitt reichen die Aufträge für 9,4 Wochen, das ist rund 1 Woche weniger als noch im Vorquartal (10,5), aber mehr als im Vorjahr (8,8 Wochen). In den Bau- und Ausbaugewerken sind es 12,7 bzw. 11,7 Wochen. Der leichte Rückgang der Reichweite lässt sich zumindest in Teilen mit Material- und Lieferengpässen erklären. Dazu Ulrich Wagner: „Der Aufschwung ist fragil und beileibe kein Selbstläufer. Wir brauchen schnell eine handlungsfähige Regierung, die Reformen im Steuerrecht umsetzt, die Klimapolitik mit ökonomischem Sachverstand betreibt sowie berufliche Bildung und Unternehmertum stärker in den Fokus rückt.“

Zuversicht trotz vieler Unsicherheiten

Mit Zuversicht gehen die Betriebe in die kommenden Wochen und Monate, auch wenn unklar ist, wie deutlich sich etwa die vierte Welle der Corona-Pandemie auf die wirtschaftlichen Aktivitäten auswirken wird oder wie sich Lieferengpässe oder Inflationsrisiken auf Umsätze und die Auftragslage niederschlagen werden. Von Pessimismus ist wenig zu merken, lediglich 10 % der Handwerksunternehmen befürchten, dass sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechtern wird. Die große Mehrheit von 90 % ist davon überzeugt, dass sich an ihrer weitgehend zufriedenstellenden Lage nichts ändern bzw. sich ihre Situation verbessern wird. Rund 85 % der Unternehmen rechnen im kommenden Quartal mit steigenden oder gleichbleibend hohen Umsätzen bzw. Auftragseingängen.

 



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