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Vierte Quartalsumfrage 2016 der Handwerkskammer für Schwaben

Positive Signale vom schwäbischen Handwerk

Unternehmen behalten ihren Optimismus

(koh) Das Jahr 2016 ist für das Gros der handwerklichen Unternehmen sehr zufriedenstellend verlaufen. Und obwohl die Auftragsbücher im vierten Quartal nicht mehr ganz so voll waren, ist die Stimmung unter den schwäbischen Handwerksbetrieben unverändert von Optimismus geprägt. Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner fordert gegenüber der Politik: „Von der guten Konjunktur profitiert auch der Staat, die Steuereinnahmen erreichen Rekordwerte. Das Handwerk ist dafür, dass die Staatsverschuldung in diesen wirtschaftlich guten Zeiten abgebaut wird. Doch Schuldenabbau alleine ist uns an wirtschaftspolitischer Programmatik zu wenig. Da braucht es nach unserem Verständnis mehr Impulse. Nun ist es an der Zeit, diese Mehreinnahmen für eine deutliche und spürbare Steuerentlastung gerade von kleinen und mittleren Einkommen zu verwenden.“

Weiter hohe Zufriedenheit

Der Optimismus im schwäbischen Handwerk ist ungebrochen. Lediglich 9 % der befragten Unternehmen sind mit ihrer Lage unzufrieden. Die große Mehrheit, das sind 91 %, beurteilen ihre geschäftliche Situation mit gut oder befriedigend. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von vier Prozentpunkten. Das Branchen-Ranking wird von Nahrungsmittelbetrieben angeführt. Unglaubliche 100 % sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Trotz starker Konkurrenz durch Discounter können sich handwerkliche Qualitätsprodukte am Markt behaupten. Auf den Plätzen zwei und drei folgen das Ausbau- und das Bauhauptgewerbe mit einem Anteil von 95 % bzw. 90 % positiv gestimmten Firmen. Dahinter liegen das Kfz-Gewerbe, die gewerblichen Zulieferer und die verbrauchernahen Dienstleistungen mit ebenfalls soliden Zustimmungswerten von knapp 90 %. Dazu Hauptgeschäftsführer Wagner. „Das Handwerk leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unseres Landes. Diese Leistungsträger, Unternehmer genauso wie Arbeitnehmer, müssen endlich steuerlich entlastet werden. Die finanziellen Spielräume sind dafür vorhanden. Impulse braucht es auch im Bereich im Bereich der öffentlichen Infrastruktur. Dies betrifft den Straßenbau genauso wie die die digitale Infrastruktur.“

Auftragsbücher nicht mehr ganz so voll

Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände geht von 7,4 Wochen im dritten Quartal auf 6,5 Wochen im vierten Quartal zurück. Damit liegt die aktuelle Reichweite allerdings noch 0,3 Wochen über dem Vergleichswert des Vorjahres. Robust zeigt sich der handwerkwerkliche Arbeitsmarkt. Die Betriebe melden nur einen geringen Stellenrückgang von 0,2 %. In 8 % der Betriebe ist die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Gleichzeitig ist die Mitarbeiterzahl in 12 % der Firmen rückläufig. Mit gebremstem Schwung verläuft die Umsatzentwicklung Lediglich jeder fünfte Betrieb meldet ein Plus. Immerhin 65 % berichten über stabile Umsätze. Erfreulicherweise liegt der Anteil der Firmen mit einem Umsatzminus bei vergleichsweise niedrigen 14 %. Die Quote investierender Unternehmen liegt unverändert bei einem Drittel. Allerdings ist die durchschnittliche Investitionssumme sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. 

Trotz Risiken mit Zuversicht ins neue Jahr

Die große Mehrheit der handwerklichen Unternehmen blickt dem Jahr 2017 optimistisch entgegen. Von außenwirtschaftlichen Risiken wie dem Brexit und den Ankündigungen des US-Präsidenten Trump, den Freihandel einzuschränken, zeigt sich das Handwerk derzeit unbeeindruckt. 88 % der Betriebe gehen in den kommenden Monaten von einem zufriedenstellenden Geschäftsverlauf aus. Steigende oder gleichbleibende Umsätze erwarten 82 % der Betriebe. Lediglich 18 % rechnen mit einem Rückgang. Beim Auftragseingang rechnen 13 % der Firmen mit einer Steigerung, während 15 % mit sinkenden Auftragseingängen kalkulieren. Positiv sind die Erwartungen für den Arbeitsmarkt. 5 % der Unternehmen planen, im kommenden Quartal zusätzliche Mitarbeiter einzustellen und weitere 86 % wollen die Zahl ihrer Beschäftigten stabil halten. Trotz hoher Einstellungsbereitschaft gestaltet sich die Suche nach Fachkräften oftmals schwierig: Dazu Ulrich Wagner: „Der Markt für gute Kräfte ist vielen Regionen wie leergefegt. Über die Ausbildung kommen zwar sehr gute Nachwuchskräfte nach, doch das reicht nicht immer, den eigenen Fachkräftebedarf in den Firmen zu decken.“ Lange Wartezeiten zum Beispiel im Sanitärhandwerk oder bei Dachdeckern sind die Folge. 



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