Welterbe verpflichtet

Kommentar zur Aufnahme der Augsburger Wasserwirtschaft in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes (DHZ 14/2019)

Handwerk war Wegbereiter



Augsburg ist Welterbe! Die Stadt feiert und mit ihr freut sich das Handwerk über diese großartige Auszeichnung. Von den acht bayerischen Welterbestätten stehen immerhin sechs in einem engen Zusammenhang mit dem Handwerk.  Meisterliche Handwerkskunst hat diese Kulturdenkmäler von Weltrang mit geschaffen und sie uns als prächtige Zeugen der jeweiligen Jahrhunderte vererbt.

Pfleglich mit diesem Erbe umgehen, das ist ein Auftrag, der aus der Auszeichnung erwächst und den die UNESCO den Augsburgern ins Stammbuch geschrieben hat. Denn die zukunftsweisenden Ideen rund um die Wasserwirtschaft in Augsburg sind mehr als nur hübsch anzuschauende Denkmäler. Es ist die Beschäftigung mit unserem fundamentalsten Lebensmittel, sauberem Wasser. Wasser ist Leben und reines Trinkwasser garantiert Leben. Diese Quintessenz sollen alle mitnehmen und weitertragen, wenn sie die Welterbestätten in Augsburg besuchen. Hier wird gezeigt, dass es seit Jahrhunderten möglich ist, Wasser rein zu den Bürgern zu bringen und in seiner gesamten Vielfalt zu nutzen.

Dass das Handwerk bei diesen Entwicklungen federführend war ist ein besonders schöner Aspekt dieser Auszeichnung. Und persönlich bin ich stolz darauf, dass das schwäbische Handwerk die Bedeutung des Wasserwerks am Roten Tor bereits zu einem Zeitpunkt erkannt hat, als an eine Bewerbung als  UNESCO-Weltkulturerbe noch kein Drandenken war. Es waren das Handwerk und die Handwerkskammer für Schwaben, die in den 1980ern das Areal rund um die Wassertürme und das Brunnenmeisterhaus restauriert und als Heimat für das schwäbische Handwerkermuseum ausgebaut haben.

Die Auszeichnung Weltkulturerbe ist deshalb auch ein Zeichen von Wertschätzung und Anerkennung des handwerklichen Wissens und Könnens in unserer Heimat.

 



„Das Handwerk war bei diesen Entwicklungen federführend. Das ist ein besonders schöner Aspekt dieser Auszeichnung.“