Wo sind die Konzepte?

Kommentar zu fehlenden Konzepten und Perspektiven für eine Öffnung (DHZ 04/2021)

Es ist ein kleiner Lichtblick, dass die Friseure ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. Doch hinter diesen Firmen liegen rund zehn Wochen ohne Einkünfte, aber mit enormen Kosten. Vielen Unternehmen quer durch alle Branchen steht das Wasser bis zum Hals. Für viele Betriebe ist es bereits fünf nach zwölf. Sie sind am Ende ihrer Möglichkeiten und haben inzwischen betriebliche Rücklagen und oft auch private Ersparnisse aufgebraucht. Das Vertrauen in die staatlichen Hilfsprogramme ist massiv erschüttert. Denn die versprochenen Gelder kommen nur zögerlich und es bedarf eines hohen bürokratischen Aufwands, um überhaupt eine Chance zu haben, diese Unterstützungen zu erhalten. Manche Gelder kommen gar nicht an. In dieser dramatischen Situation hangeln sich Bund und Länder von Gipfel zu Gipfel. Und das angesichts einer drohenden Konjunkturkrise von erheblichem Ausmaß mit Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten.

  Bisher wurde es versäumt, Konzepte und Perspektiven für eine Öffnung zu entwickeln. Die Impfungen stolpern vor sich hin, eine stringente Strategie ist nicht erkennbar. Doch die Politik muss jetzt Wege aufzeigen, wie wir trotz Corona zu einer gewissen Normalität finden und einer weiteren möglichen Welle oder einer ganz anderen Pandemie die Stirn bieten können.

„Im Angesicht einer drohenden Konjunkturkrise, hangeln sich Bund und Länder von Gipfel zu Gipfel“