Zahlen und Schicksale

Kommentar zur Lage und Stimmung im Handwerk (DHZ 08/2021)

Unser Konjunkturbericht ist ein wichtiges Barometer für die Lage und die Stimmung im Handwerk. An den Zahlen lässt sich viel ablesen und sie zeigen uns, dass das Handwerk insgesamt erstaunlich gut durch die Krise kommt und unsere Unternehmen vorwiegend optimistisch in die Zukunft schauen.

Allerdings stecken hinter den Zahlen auch Schicksale, menschliche Schicksale, die nicht mit einer Prozentrechnung abgebildet werden können. Es gibt Selbstständige, die bis heute keine Hilfe vom Staat bekommen haben, und es gibt Unternehmer, die ihren Betrieb aufgeben mussten und deren Mitarbeiter ihren Job verloren haben. Für sie bleibt von Sätzen wie „Wir nehmen viel Geld in die Hand“ und Worten wie „Bazooka“ nicht viel übrig. 

Viele wagen den Schritt in die Selbstständigkeit erst gar nicht mehr. Laut KfW-Gründungsmonitor ist die Zahl der Gründungen allein im letzten Jahr um elf Prozent gefallen.

Es tritt auch immer deutlicher zu Tage, wie sehr vor allem junge Menschen in der Corona-Krise leiden. Das ist mittlerweile in einigen Studien belegt. Sie sind von der Politik von Anfang an vernachlässigt worden. Wer keinen Ausbildungsplatz findet, macht sich ernste Gedanken um seine Zukunft. Hier muss der Staat mehr tun. Eine Ausbildungsprämie, die immer noch zu kompliziert angelegt ist und zu hohe Hürden hat, ist eben auch keine Bazooka.

 „Es tritt immer deutlicher zu Tage,wie sehr vor allem junge Menschen in der Corona-Krise leiden.“