Zu kurz gesprungen

Kommentar zum Konjunkturpaket und Senkung der Mehrwertsteuer (DHZ 13/2020)

Der Staat gibt unvorstellbare Summen dafür aus, um die Pandemiefolgen abzufedern und die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Das Konjunkturpaket beinhaltet für das Handwerk eine Reihe von positiven Maßnahmen, doch das Herzstück, die Senkung der Mehrwertsteuer, ist aber vermutlich kein „Wumms“. Dabei kostet es Milliarden.

Sechs Monate sind einfach zu kurz, der bürokratische Aufwand und die Kosten, die den Firmen dadurch entstehen, sind enorm. An die Umsetzung in den Unternehmen wurde nicht gedacht. Inwieweit diese Senkung überhaupt beim Verbraucher ankommt, ist fraglich. Geringe Preisvorteile werden kaum spürbar sein oder die Senkung wird nicht weitergegeben. Die massiven Wirtschaftsprobleme schlagen inzwischen auf die Kunden durch. Wer in Kurzarbeit ist oder wer um seinen Arbeitsplatz bangen muss, wird jetzt nicht investieren, sondern sein Geld zusammenhalten. Nur wer den finanziellen Spielraum hat – und das ist nicht die Masse der Bürger – wird geplante Vorhaben wie einen Badumbau oder eine neue Küche jetzt platzieren und die niedrigeren Preise mitnehmen. Doch das sind Vorzieheffekte, eine Steigerung des Konsums und die gewünschte Belebung der Wirtschaft gehen davon nicht aus.

Notwendig ist jetzt zumindest, dass diese Senkung über einen längeren Zeitraum, also mindestens ein Jahr, angelegt wird. Sonst wird viel Geld für wenig Effekte ausgegeben.

 

„Das Herzstück des Konjunkturpakets, die Senkung der Mehrwertsteuer, ist vermutlich kein „Wumms“, dabei werden Milliarden dafür ausgegeben.“