Gareiß
HWK Schwaben

Zwei Jungs, zwei Ziele

Pressemitteilung

Vinzent ist mittendrin in seiner Ausbildung zum Metzger, Felix studiert Jura – die Brüder leben ihre beruflichen Träume

Unterthingau im Ostallgäu ist eine kleine Marktgemeinde mit nicht einmal 3000 Einwohnern. Allgäuer Idylle, ein funktionierendes Dorfleben und mittendrin der schön sanierte Hof der Familie Gareiß. Dort wohnt die Familie und dort ist auch der Haar Spa und Barbershop „im alten Kuhstall“, den Friseurmeisterin Sandra Gareiß mit 15 Mitarbeitern betreibt. Bis aus München und der Schweiz kommen die Kunden hierher, um sich neu stylen zu lassen. Joachim Gareiß ist ebenfalls Handwerker, gelernter Stahlbetonbauer und leitet ein Werk, in dem Fertigbetonteile hergestellt werden. Bei diesem familiären Hintergrund läge eine handwerkliche Orientierung der beiden Söhne Vinzent (15) und Felix (20) nahe. Doch bei den Gareißens läuft dies ein wenig anders.



Traumberuf Metzger

Gute Schüler waren die beiden Brüder stets. Doch während es Felix auf das Gymnasium zieht, entscheidet sich Vinzent für die Mittelschule und macht dort einen sehr guten Abschluss. Trotz seiner Leistungen, kann ihn eine weiterführende Schule nicht locken.

Er hatte schon früh andere Vorstellungen. Zum fünften Geburtstag erhält er eine Angel und wird begeisterter Fischer. Der Fang muss natürlich verarbeitet werden und so ist er von Kindesbeinen daran gewöhnt, die Fische zu töten und küchenfertig zu machen. Bald schon steht für ihn fest: Ich möchte Metzger werden. „Mir hat es immer schon Spaß gemacht, mit Fleisch umzugehen und es für die weitere Verarbeitung herzurichten. Ich habe mich daher ganz bewusst für die Ausbildung zum Metzger entschieden, weil in diesem Berufsfeld auch sehr gute Entwicklungschancen sehe,“ sagt er.

Inzwischen ist Vinzent im 1. Ausbildungsjahr bei der Metzgerei Göppel in Aitrang. In diesem Traditionsbetrieb werden alle Facetten des Fleischerhandwerks ausgeübt und auch das ist dem jungen Azubi wichtig: „Ich möchte meinen Beruf von Grund auf erlernen, damit ich darauf aufbauen kann.“ Denn nach der Ausbildung hat er die Meisterprüfung, den Betriebswirt des Handwerks und die Selbständigkeit schon fest im Visier. „Wurst- und Fleischsommelier – ja das könnt‘ ich mir auch gut vorstellen,“ erzählt er von seinen Zukunftsplänen und er lässt keinen Zweifel daran, dass er seine Ziele akribisch verfolgen wird. Auf die Frage, was ihm denn an seiner Arbeit besonders Spaß macht, kommt der großgewachsene Fünfzehnjährige ins Schwärmen: „Das Fleisch herzurichten, Wurst zu machen, zu würzen, etwas Neues zu kreieren, das ist meine Welt und diese Vielfalt ist einfach cool.“



Gerechtigkeitssinn als Antrieb

Ganz anders Bruder Felix. Der 20-jährige hat das Gymnasium besucht und war besonders von den Fächern Wirtschaft und Recht angetan. Nach dem Abitur war für ihn klar: „Ich werde Jurist.“ Er studiert im 4. Semester an der Uni Mannheim Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft und hat in seinem Alltag an der Uni viel mit „trockenem Stoff“ zu tun. Was hat ihn dazu bewogen sich der Juristerei zu verschreiben? „Na ich hab‘ schon immer einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gehabt und wirtschaftliche Abläufe interessieren mich. Das finde ich sehr spannend. Dazu braucht es natürlich das passende Handwerkszeug und das sind in meinem Fall die Gesetze, die es zu erlernen, zu verstehen und anzuwenden gilt,“ schildert er seine Motivation. Eine spätere Tätigkeit als Anwalt, auch bei einem Unternehmen, könne er sich gut vorstellen.



Als Eltern neutral bleiben

Wie gehen nun die Eltern, Sandra und Joachim Gareiß, damit um, dass ihre Söhne so unterschiedliche Berufswege einschlagen“ Vater Gareiß ist da sehr klar: „Wir haben unsere Buben nie zu etwas gedrängt oder in sie hineingeredet. Im Gegenteil, wir haben sie Vorstellungen entwickeln lassen und sie bei der Umsetzung unterstützt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es am besten ist, wenn Eltern neutral bleiben.“

Mutter Sandra ist Handwerksmeisterin durch und durch und freut sich natürlich, dass ihr Sohn Vinzent in die handwerklichen Fußstapfen tritt, wenn auch in einem anderen Gewerk: „Ich bin vom Handwerk und seinen unglaublichen Karrieremöglichkeiten überzeugt. In unserem Wirtschaftszweig hat man eine gute Lebensperspektive und es macht einfach zufrieden, am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft oder geschaffen hat. Berufliche Zufriedenheit ist ein ganz hohes Gut und ich bin einfach froh, dass unsere Söhne so ihr Glück gefunden haben.“ Joachim Gareiß ergänzt „Wir haben unsere Söhne eigene Vorstellungen entwickeln lassen und sie dann bei der Umsetzung unterstützt. Zu etwas drängen ist grundverkehrt.“

Treutler Monika
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