Konjunkturumfrage im schwäbischen Handwerk - 4. Quartal 2025
Dem schwäbischen Handwerk fehlt es weiterhin an Schwung
Quartalstrend
Die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung haben sich nicht erfüllt. Viele Betriebe schlagen sich trotz vielfältiger Krisen robust, zehren aber zunehmend von ihrer Substanz. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage hat sich im Vergleich zum Vorquartal nur wenig verändert. Über 80 % der befragten Handwerksbetriebe bewerten ihre aktuelle Situation als gut oder befriedigend. Große Erwartungen, dass sich ihre wirtschaftliche Situation bald zum Positiven verändern wird, haben die schwäbischen Handwerksunternehmen nicht. Lediglich 8 % erwarten eine Besserung.
Der Geschäftsklimaindex bildet sowohl die aktuelle Lageeinschätzung als auch die Zukunftserwartungen der befragten Unternehmen ab. Im aktuellen Berichtsquartal liegt der Index bei 80 Punkten, das sind 5 Zähler weniger als noch im Vorquartal. Im Vorjahr lag der Index bei 79 Punkten.
Unternehmen mehrheitlich zufrieden
Quer über alle Branchen bewerten 83 % der befragten Betriebe ihre wirtschaftliche Lage mit gut oder befriedigend. Im Vergleich zum Vorquartal sind das 2 Prozentpunkte weniger. Gegenüber dem Vorjahresquartal haben sich die Einschätzungen leicht verbessert.
Handwerke für den gewerblichen Bedarf stark unter Druck
Das Bau- und Ausbauhandwerk stellt mit einem Anteil von rund 45 % aller Handwerksbetriebe die zahlen- und umsatzstärkste Branche innerhalb des Handwerks. In der aktuellen Umfrage geben 83 % der Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe an, dass sie mit ihrer wirtschaftlichen Lage zufrieden sind. Noch etwas besser sind die Rückmeldungen aus dem Ausbaugewerbe. 86 % der Elektrotechniker oder Sanitär- und Heizungstechniker bewerten ihre Lage mit gut oder befriedigend.
Deutlich angespannter ist Lage bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Lediglich 69 % sind mit ihrer wirtschaftlichen Lage zufrieden. Das sind mehr als 10 Prozentpunkte weniger als noch vor 3 Monaten.
Innerhalb der Gruppe der konsumorientierten Handwerke melden die Lebensmittelgewerke erneut Spitzenwerte bei der Zufriedenheit. 95 % berichten über eine zufriedenstellende Geschäftslage. Bei den Friseuren oder Optikern liegt der Anteil der zufriedenen Betriebe bei 82 %, das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Ähnlich schneidet das Kfz-Handwerk ab. 84 % sind zufrieden.
Dünnere Auftragspolster
Was den Betrieben zu schaffen macht, ist das Fehlen neuer Aufträge. Quer über alle Branchen leidet fast jeder dritte Betrieb (31 %) unter ausbleibenden Neuaufträgen. Das sind nochmals 5 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal.
Fehlen neuer Aufträge führt auch dazu, dass die Auftragsbücher schmäler werden. Die Betriebe zehren von ihrem Auftragsbestand. Im vierten Quartal ist die gemessene Reichweite um über eine Woche von 9,1 auf nun 8,0 Wochen zurückgegangen.
Skeptischer Blick auf die kommenden Monate
Nur eine kleine Minderheit von 8 % der befragten Handwerksunternehmen geht davon aus, dass sich die eigene wirtschaftliche Lage im nächsten Quartal verbessern wird. Eine breite Mehrheit von 70 % der Betriebe erwartet keine Veränderung ihrer wirtschaftlichen Situation. Fast ein Viertel der Befragten (22 %) glaubt an eine Verschlechterung. Damit hat sich der Anteil der pessimistischen Erwartungen gegenüber dem Vorquartal um 6 Prozentpunkte erhöht.