HWK - Konjunkturbericht 1. Quartal 2026Dämpfer für die Handwerkskonjunktur in Schwaben
Der Start in das erste Quartal 2026 ist für das schwäbische Handwerk nur mäßig gut gelaufen. Die Zufriedenheit mit der Geschäftslage ist zurückgegangen. In der aktuellen Konjunkturumfrage geben noch 77 % der befragten Handwerksunternehmen an, ihre Lage sei gut oder befriedigend. Das sind 6 Prozentpunkte weniger als noch im Vorquartal. 23 % bezeichnen ihre Lage als schlecht. Dazu Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben: „Die Stimmung ist gedrückt, und dies nicht allein wegen stark gestiegener Energie- und Rohstoffpreise infolge des Irankonflikts. Unsere Betriebe wie auch die Beschäftigten erwarten zurecht, dass die Bundesregierung längst überfällige Reformen nicht nur ankündigt, sondern auch zügig umsetzt. Wir brauchen in der Politik ein deutlich höheres Tempo und ein abgestimmtes und ausgewogenes Gesamtkonzept statt isolierter kleinteiliger Einzelmaßnahmen. Ein befristeter Tankrabatt, so er denn wirklich bei Unternehmen und Kunden ankommt, kann zwar ein positives Signal senden, bremst die aktuelle Preisrallye aber nur teilweise. Ohne eine deutliche Entlastung bei Steuern und Sozialabgaben kommt die Wirtschaft nicht aus der Krise.“
Rund zwei Drittel der befragten Betriebe berichten von einem Anstieg bei den Einkaufspreisen. Lediglich ein Drittel kann diesen Anstieg durch eine Erhöhung bei den Verkaufspreisen ausgleichen. Das verschärft die ohnehin angespannte Ertragssituation der Betriebe. Hinzu kommt, dass knapp jeder dritte Betrieb unter rückläufigen Auftragseingängen bzw. einer schwächeren Nachfrage leidet. Daher überrascht es nicht, dass 16 % der Unternehmen erwarten, dass sich ihre Lage in den kommenden Monaten verschlechtert. Aber es gibt auch 17 %, die von einer Besserung ausgehen.
Gedrückte Stimmung bei gewerblichen Zulieferern und im Bauhauptgewerbe
Laut aktueller Umfrage sind lediglich 70 % der Handwerke für den gewerblichen Bedarf mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Ebenso viele sind es im Bauhauptgewerbe, gemeinsam bilden sie das Schlusslicht im Branchenvergleich. Auch im Kfz-Gewerbe mit einem Anteil von 73 % zufriedener Betriebe ist die Lage angespannt. Vergleichsweise positiv wird die eigene wirtschaftliche Situation im Ausbaugewerbe und bei den konsumnahen Gewerken wie Bäckern, Optikern oder Friseuren eingeschätzt. Der Anteil der zufriedenen Betriebe liegt zwischen und 81 % und 83 %.
Das Ausbleiben neuer Aufträge und die fehlende Nachfrage lastet weiterhin auf den Unternehmen. Quer über alle Branchen beklagen 31 % ein Minus. Über ein Auftragsplus berichten immerhin 16 %.
Das sind 3 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Positiv sticht hervor, dass 19 % der Zulieferer und sogar 29 % der Baubetriebe über einen Zuwachs an Auftragseingängen berichten.
Die Reichweite der Auftragsbestände liegt aktuell bei 8,5 Wochen. Das ist eine halbe Woche mehr als im Vorquartal. Der Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal mit 9,0 Wochen zeigt aber, dass die Auftragsbücher durch die bereits länger währende wirtschaftliche Schwächephase nicht mehr ganz so dick gefüllt sind.
Ausblick zwischen Zuversicht und Skepsis
Trotz schwieriger Umstände blicken 17 % der Unternehmen mit Optimismus auf das kommende Quartal. Fast ebenso viele, nämlich 16 %, erwarten im Gegensatz dazu eine Verschlechterung ihrer Lage. Für Lichtblicke sorgt, dass im Bauhauptgewerbe, bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf sowie im Kfz-Handwerk der Anteil der Optimisten mit rund 20 % sogar über dem Durchschnitt liegt. Die schwache Auftragsdynamik wird einen Teil der Firmen weiter belasten. 17 % rechnen mit einem Minus bei den Auftragseingängen. Gleichzeitig rechnen 20 % mit einem Plus. Von den Betrieben im Bauhauptgewerbe rechnen sogar 26 % mit einem Zuwachs. Sorge bereitet den Unternehmen die Preisentwicklung. 67 % rechnen mit steigenden Preisen im Einkauf. Nur rund 40 % gehen davon aus, die Erhöhungen im Verkauf weiterreichen zu können.
Weitere Zahlen und Grafiken auf www.hwk-schwaben.de/konjunktur.