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Dem schwäbischen Handwerk fehlt es weiterhin an Schwung

Die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung haben sich nicht erfüllt. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage nur wenig verändert. 83 % der befragten Handwerksbetriebe bewerten ihre aktuelle Situation als gut oder befriedigend. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als in der vorangegangenen Herbstumfrage. 17 % beschreiben ihre Lage als schlecht. Dazu Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben: „Wir erleben bereits seit mehreren Quartalen eine Seitwärtsbewegung der Konjunktur. Viele Betriebe schlagen sich trotz vielfältiger Krisen robust, viele zehren aber zunehmend von ihrer Substanz.“

Nur eine kleine Minderheit von 8 % der befragten Handwerksunternehmen geht davon aus, dass sich die eigene wirtschaftliche Lage im nächsten Quartal verbessern wird. Wagner weiter: „Der von der Bundesregierung angekündigte wirtschaftspolitische Kurswechsel lässt weiter auf sich warten. Bei den wichtigen Reformthemen wie steuerlichen Erleichterungen für Mittelstand und Handwerk oder einer wirksamen Begrenzung der Lohnnebenkosten bleibt die Regierung schlüssige Antworten schuldig. Ein weiteres verlorenes Jahr wäre für unsere Betriebe fatal.“ 



Schwache Auftragslage belastet Betriebe 

Was den Betrieben zu schaffen macht, ist das Fehlen neuer Aufträge. 31 % der Betriebe leiden unter ausbleibenden Neuaufträgen bzw. einer geringeren Nachfrage. Das sind nochmals 5 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Lediglich 13 % melden ein Auftragsplus. Vom Auftragsmangel besonders betroffen sind die Handwerke für den gewerblichen Bedarf und insbesondere die Metall- und Zuliefererbetriebe für die Industrie. Auch im Bauhauptgewerbe spüren die Zimmerer oder Maurer die Zurückhaltung ihrer Auftraggeber, wobei auch witterungsbedingte Umstände eine Rolle spielen. Das Ausbleiben neuer Aufträge führt auch dazu, dass die Auftragsbücher schmäler werden. Die Betriebe zehren von ihrem Auftragsbestand. Im vierten Quartal ist die gemessene Reichweite um über eine Woche von 9,1 auf nun 8,0 Wochen zurückgegangen. 



Skeptischer Blick auf die kommenden Monate 

Große Erwartungen, dass sich die Lage bald zum Positiven verändern wird, haben die Handwerksunternehmen nicht. Lediglich 8 % erwarten eine Besserung ihrer Lage. Dagegen sind 22 % der Meinung, ihre finanzielle Situation werde sich in den kommenden Monaten verschlechtern. Besonders skeptisch sind die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, die als Zulieferer oder Dienstleister stark von ihren oftmals industriellen Auftraggebern abhängig sind. Mit Sorge blicken die Betriebe auf die Auftragsentwicklung und fürchten, dass zu wenig neue Aufträge eingehen und in der Folge auch die Umsätze sinken werden. 



Dipl. oec. Bärbl Kohler

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