HWK Schwaben

"Europa ist mehr als Deutschland"

Pressemitteilung

Kontroverse Diskussion mit EU-Kommissar Oettinger

(pet) Zu politischen Gesprächen nach Brüssel machten sich Vorstand und Hauptgeschäftsführung der Handwerkskammer für Schwaben auf. Ganz oben auf der Agenda stand der aktuelle Vorstoß der EU-Kommission zu einem Dienstleistungspaket. Mit dem schwäbischen Europaabgeordneten Markus Ferber wie auch mit EU-Kommissar Günther Oettinger wurde intensiv diskutiert. Oettinger warb für ein geeintes Europa und für die EU: „Europa ist mehr als Deutschland“, so lautete das Plädoyer Oettingers.

Unterschiedliche Auffassungen gab es über das EU-Dienstleistungspaket. Das Handwerk sieht in den Kommissionsplänen einen erneuten Anschlag auf die Meisterpflicht und damit die duale Ausbildung und befürchtet zudem das Aushebeln des Kammersystems.

Weitere Themen waren Digitalisierung, Europäische Bankenaufsicht und Einlagensicherung sowie die Mechanismen der politischen Gestaltung und die Arbeitsweise der unterschiedlichen EU-Gremien von Kommission bis Parlament. Spannende Einblicke in die tägliche Arbeit des Parlaments vermittelte Markus Ferber (MdEP).

HWK Spitze mit EU Kommissar Oettinger
HWK Schwaben

Kritik des Handwerks stößt auf offene Ohren  

Während Markus Ferber entschieden die ablehnende Position des Handwerks zum Dienstleistungspaket vertritt und seine volle Unterstützung im Parlament zusagte, verlief die Diskussion mit EU-Kommissar Günther Oettinger deutlich kontroverser. Dessen Standpunkt, dass die Initiative der Kommission zu einer Erleichterung der Dienstleistungserbringung in Europa beitragen solle und nicht gegen die Prinzipien des Handwerks gerichtet sei, wurde von der Kammer-Delegation aus Schwaben kritisch hinterfragt.

Insbesondere Oettingers Auffassung, dass mit der Deregulierung von Berufen deutliche Wachstumsimpulse verbunden sein werden, wurde von Kammer-Präsident Hans Peter Rauch und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner in Frage gestellt und massiv bezweifelt.

Aus Sicht des Handwerks schaffen gerade das duale Ausbildungssystem und die damit eng verbundene Meisterpflicht im Handwerk die Grundlagen für den wirtschaftlichen Erfolg und sichern somit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Die Zerschlagung dieses Systems würde die duale Ausbildung und damit die hohe Qualifikation der Fachkräfte in Deutschland gefährden – mit allen negativen wirtschaftlichen Konsequenzen.

HWK Spitze, Fr. Schretter
HWK Schwaben



Oettinger zu weiteren Gesprächen bereit

Das Angebot von Kommissar Oettinger, die Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge des Handwerks im Detail durchzuarbeiten und dazu weitere Gespräche mit den Spitzenvertretern des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) zu führen, wurde von der Handwerksdelegation gerne aufgegriffen. Die Vorbereitungen dazu beginnen bereits in den nächsten Tagen.

 

Sandra Peters

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