Forderungen des bayerischen Handwerks zur Kommunalwahl
Der Bayerische Handwerkstag hat anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahl in Bayern am 8. März 2026 umfassende Wahlprüfsteine erarbeitet. Sie bündeln die zentralen Erwartungen des bayerischen Handwerks an die kommunale Politik – praxisnah, lösungsorientiert und mit Blick auf die tägliche Arbeit der Betriebe.
Das Handwerk in Schwaben unterstützt die Forderungen des bayerischen Handwerks und setzt sich dafür ein, dass diese auf kommunaler Ebene konsequent berücksichtigt werden.
Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben betont: „Das Handwerk ist ein starker regionaler Akteur und verlässlicher Partner. Es hält unsere Kommunen wirtschaftlich, gesellschaftlich und bildungspolitisch am Laufen. Gerade vor Ort zeigt sich, dass Fortschritt nur im vertrauensvollen Miteinander gelingt. Viele kommunale Entscheidungen wirken unmittelbar in den Betriebsalltag hinein – hier braucht es spürbare Entlastungen, verlässliche Rahmenbedingungen und echte Praxisnähe statt mehr Bürokratie. Wer das Handwerk stärkt, stärkt die Region.“
1. Mobilität und Verkehr
Handwerksbetriebe brauchen fließenden Wirtschaftsverkehr, intakte Straßen sowie ausreichend Lade- und Parkflächen, idealerweise digital buchbar.
Eine bessere Baustellenkoordination, ein gestärkter ÖPNV auch im ländlichen Raum und passgenaue Angebote für Auszubildende entlasten Betriebe nachhaltig.
2. Gewerbeflächen
Kommunen müssen mehr bezahlbare, kleinteilig parzellierte Gewerbeflächen für das Handwerk bereitstellen, bevorzugt im Eigentum statt in Erbpacht.
In Misch- und Wohngebieten dürfen Handwerksbetriebe nicht verdrängt werden und Nutzungskonflikte sind frühzeitig planerisch zu lösen.
3. Steuern, Abgaben und Vergabe
Haushaltskonsolidierung darf nicht über höhere Gebühren erfolgen, sondern über Ausgabendisziplin und Entlastungen für Betriebe.
Neue kommunale Steuern lehnt das Handwerk ab; bei öffentlichen Aufträgen müssen Mittelstandsfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Tariftreue gelten.
4. Bürokratie und Verwaltung
Unsere Handwerksbetriebe leiden weiterhin unter wachsenden Dokumentationspflichten und langwierigen Genehmigungsverfahren. Daher braucht es auf kommunaler Ebene weniger Bürokratie und schnellere, digitale Verfahren.
Klare Ansprechpartner in den Kommunen und transparente Verwaltungsprozesse sind für einen effektiven Bürokratieabbau unerlässlich.
5. Fachkräfte und Ausbildung
Das Handwerk sichert Beschäftigung und Ausbildung vor Ort und braucht eine verlässliche Fachkräftebasis.
Berufsorientierung sowie die Zusammenarbeit von Schulen und Kommunen müssen gestärkt und das duale System vor staatlicher Konkurrenz im handwerklichen Bildungsbereich geschützt werden.
6. Infrastruktur
Eine bezahlbare Energieversorgung sowie leistungsfähige Netze sind Grundlage für wettbewerbsfähige Betriebe.
Gute Verkehrsanbindungen und bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende stärken Ausbildung und Fachkräftenachwuchs.
Die Wahlprüfsteine des BHT finden Sie in voller Länger auf unserer Website „Handwerk und Politik“
Stand: 17.02.2026