Sascha Schneider, HWK Schwaben

HWK Schwaben unterstützt die Initiative vom Bayer. KultusministeriumMittelschule soll reformiert werden

Die von Bayerns Kultusministerin Anna Stolz vorgestellte Reforminitiative „Mittelschule – stark für jeden Weg“ setzt aus Sicht der Handwerkskammer für Schwaben wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der bayerischen Bildungslandschaft. Ziel der Maßnahmen ist es, die Mittelschule als praxisnahe Schulart zu stärken, individueller auf Schülerinnen und Schüler einzugehen und sie gezielt auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vorzubereiten.

Bild der Mittelschule verbessern

HWK-Präsident Hans-Peter Rauch: „Wir begrüßen insbesondere die geplante stärkere Praxisorientierung des Unterrichts, mehr Kooperationen mit der Wirtschaft sowie die Förderung der Basiskompetenzen in Mathematik und Deutsch, bei der Lehrkräften mehr Flexibilität eingeräumt wird. Die engere Verzahnung von Schule und Wirtschaft schafft frühzeitig realistische Einblicke in berufliche Abläufe und erleichtert Jugendlichen den Einstieg in das Berufsleben.“
Auch die vorgesehenen Modernisierungen der Fachräume und die Aufwertung bestehender Praxisformate, wie etwa des Tags des Handwerks, sind wichtige Schritte, um die Attraktivität der Mittelschule nachhaltig zu erhöhen. HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner: „Die Mittelschule muss, wie von Kultusministerin Stolz beabsichtigt, aufgewertet und das gesellschaftliche Bild dieser Schulart verbessert werden. Erfolge und Chancen für Schülerinnen und Schüler müssen stärker sichtbar gemacht werden.“

Deutsch-Förderung wichtig

Gleichzeitig weisen die Mittelschulen eine große Vielfalt an Schülerinnen und Schülern auf, darunter viele mit Migrationshintergrund. Diese Vielfalt ist eine Chance, erfordert jedoch gezielte Unterstützung. Aus Sicht der Handwerkskammer sind daher verstärkte Deutsch-Förderangebote notwendig. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Jugendlichen die grundlegenden Kompetenzen erwerben können, die für eine erfolgreiche Ausbildung im Handwerk unerlässlich sind.

Zusätzliche Lehrerstellen

Die Mittelschule spielt eine Schlüsselrolle bei der Berufsorientierung. Sie ist für viele junge Menschen der erste konkrete Kontakt mit der Arbeitswelt und damit ein zentraler Baustein zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Gerade das Handwerk profitiert von praxisnah ausgebildeten, motivierten Absolventinnen und Absolventen, die frühzeitig ihre Talente entdecken und entwickeln können. Um die ambitionierten Ziele der Reform tatsächlich zu erreichen, sind jedoch zusätzliche Investitionen erforderlich. Die Handwerkskammer für Schwaben fordert daher eine deutliche Aufstockung des Personals, insbesondere im Bereich der individuellen Förderung und der sozialpädagogischen Betreuung. Ulrich Wagner: „Die für 2027 angekündigten 500 neuen Lehrerstellen reichen bei weitem nicht aus. Bei über 900 Mittelschulen in ganz Bayern ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Ebenso notwendig sind weitere finanzielle Mittel für die Ausstattung der Schulen, um moderne und attraktive Lernumgebungen für die jungen Menschen zu schaffen.“

Grundlage für Ausbildung

Die HWK Schwaben sieht die Reform als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Entscheidend wird nun sein, die Maßnahmen konsequent umzusetzen und die Mittelschulen langfristig so zu stärken, dass sie ihrem Anspruch als praxisnahe und zukunftsorientierte Schulart gerecht werden können. Ulrich Wagner betont: „Sparen an den Mittelschulen oder auch an den Berufsschulen ist das völlig falsche Signal. Hier werden die Grundlagen für die immer so gerühmte duale Ausbildung geschaffen.“

5 zentrale Punkte der Reforminitiative für die Mittelschulen

  • Mehr Personal: Ab 2027 sollen bayernweit mindestens 500 zusätzliche Lehrerstellen für Mittelschulen entstehen, um die zunehmende Heterogenität in den Klassen besser bewältigen zu können.
  • Stärkung Kernkompetenzen: In den Jahrgangsstufen 5 bis 7 werden Lesen, Schreiben und Rechnen gezielt ausgebaut, um die Ausbildungsreife aller Schülerinnen und Schüler zu sichern.
  • Ausbau Praxisorientierung: Kooperationen mit Betrieben, mehr Praktikumstage und gestärkte Praxisklassen sollen die Mittelschule zur – Zitat Kultusministerin Stolz – „Talentschmiede für das Handwerk“ machen.
  • Mehr pädagogische Freiheit: Schulen erhalten in den unteren Jahrgangsstufen größeren Gestaltungsspielraum, um Unterricht flexibler, individueller und näher an den Bedürfnissen der Kinder auszurichten.
  • Entlastung Lehrkräfte: Multiprofessionelle Teams und weniger Bürokratie sollen Lehrerinnen und Lehrer spürbar unterstützen und ihnen mehr Zeit für Unterricht, Förderung und Beziehungsarbeit ermöglichen.

Sascha Schneider

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