Schülerinnen und Schüler erleben HandwerksberufePraxis statt Theorie: Tag des Handwerks im BTZ Memmingen

Den Hammer schwingen, eine Mauer hochziehen oder Haare stylen: Die Handwerkskammer für Schwaben lädt auch in diesem Jahr wieder Jugendliche in ihre Berufsbildungs- und Technologiezentren (BTZ) ein. Im Rahmen des bayernweit für Schulen verpflichtenden „Tags des Handwerks“ erhielten dabei in dieser Woche rund 90 Jugendliche der Vorabgangsklassen der Anton-Fugger-Realschule aus Babenhausen im BTZ Memmingen die Chance, die Vielfalt moderner Handwerksberufe kennenzulernen und sich selbst auszuprobieren. Von den klassischen Bauberufen wie Zimmerer, Schreiner und Maurer bis hin zum kreativen Friseurhandwerk reichte die Palette der Stationen. Das Ziel der Veranstaltung: Berührungsängste abbauen und zeigen, dass das Handwerk weit mehr ist als nur körperliche Arbeit – es ist eine Kombination aus technischem Verständnis, Kreativität und Präzision.

Rollenklischees werden abgebaut

Besonders erfreulich war die Offenheit der Jugendlichen gegenüber vermeintlich typischen Männer- oder Frauenberufen. „Die Jungs haben sogar beim Frisieren begeistert mitgearbeitet“, berichtet Christian Hatt, Lehrkraft der Anton-Fugger-Realschule, der die Jugendlichen mit Kolleginnen und Kollegen nach Memmingen begleitete. „Es ist wichtig, dass Rollenklischees überwunden werden. Interessant für mich zu hören war, dass in den Friseur-Kursen hier im Berufsbildungszentrum mittlerweile oft zur Hälfte Jungs sitzen – umgekehrt können auch die Bauberufe für Mädchen interessant sein.“

Perspektiven im Handwerk aufzeigen

Mit dem Tag des Handwerks nutzt die HWK Schwaben in ihren Berufsbildungszentren die Gelegenheit, Jugendlichen aller Schularten die Karrierechancen und Perspektiven im Handwerk aufzuzeigen. Christian Hatt freut sich über diese Möglichkeit: „Hierher ins BTZ der Kammer zu kommen und an einem Ort verschiedene Berufe vorgestellt zu bekommen, in denen die Schülerinnen und Schüler auch ihr eigenes Geschick testen können, ist eine schöne Sache.“ Der Realschullehrer sieht den Tag des Handwerks an sich auch sehr positiv: „Die Idee, dass man das Handwerk den Jugendlichen mit dem Tag des Handwerks näherbringt, finde ich gut und wichtig. Gerade an der Realschule im kaufmännischen Zweig fällt das leider oft ein wenig hinten runter, weil viele Jugendliche einen Bürojob anstreben.“

Nachwuchskräfte im Handwerk gefragt

Der Bedarf an Nachwuchskräften im Handwerk ist ungebrochen hoch, viele Betriebe suchen auch in der aktuell angespannten Lage nach geeigneten Auszubildenden, sie werden mehr denn je gebraucht. Das Handwerk spielt nicht nur bei den großen Zukunftsaufgaben wie der Energiewende und dem Bau von dringend benötigtem Wohnraum oder anderen Infrastrukturmaßnahmen eine große Rolle, sondern es ist in fast allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen ein wichtiger und entscheidender Faktor. Eine Karriere im Handwerk bietet eine sinnstiftende Tätigkeit, gute Karrierechancen und sichere Perspektiven.



Beim Tag des Handwerks im BTZ Memmingen stand unter anderem das Friseurhandwerk auf dem Programm. Nicht nur Mädchen, sondern auch Jungs probierten sich aus und konnten verschiedene Techniken der Haargestaltung kennenlernen.





BTZ-Lehrmeister Wolfgang Holderied brachte den Jugendlichen das Maurerhandwerk näher.











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