Reform des Gebäudeenergiegesetzes 2026
Die Bundesregierung plant eine erneute Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Ein erstes Eckpunktepapier liegt bereits vor und deutet auf spürbare Änderungen hin: Die bisherige 65 %-Regel für erneuerbare Energien soll entfallen, der Einbau fossiler Heizungen wieder ohne Einschränkungen möglich sein. Gleichzeitig bleiben Förderprogramme für klimafreundliche Technologien vorerst bestehen. Für das Handwerk ergeben sich daraus sowohl Chancen als auch neue Herausforderungen.
Wegfall der 65 %-Regel: Mehr Flexibilität beim Heizungseinbau
Kern der geplanten Reform ist die Abschaffung der bisherigen Vorgabe, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Diese Regel war erst mit der GEG-Novelle 2023 eingeführt worden und hatte maßgeblich die Diskussion um das sogenannte „Heizungsgesetz“ geprägt.
Mit der geplanten Änderung entfällt diese Verpflichtung vollständig. Künftig soll es wieder möglich sein, Heizsysteme ohne feste Quote für erneuerbare Energien zu installieren.
Fossile Heizsysteme bleiben – mit neuen Rahmenbedingungen
Nach den aktuellen Plänen bleibt der Einbau von Gas- und Ölheizungen weiterhin ohne Einschränkungen zulässig. Eine verpflichtende Umstellung auf erneuerbare Energien ist nicht vorgesehen. Gleichzeitig wird eine stärkere Beimischung von Biogas angestrebt. Ab 2029 soll ein Anteil von rund 10 Prozent erreicht werden. Für die Praxis bedeutet das, dass sowohl konventionelle als auch alternative Systeme weiterhin Teil des Marktes bleiben.
Förderprogramme bleiben als wichtiger Marktimpuls
Trotz der geplanten Lockerungen sollen staatliche Förderprogramme zunächst bestehen bleiben. Insbesondere Fernwärmeanschlüsse und die Installation von Wärmepumpen werden voraussichtlich weiterhin bis 2029 unterstützt.
Diese Entscheidung sorgt in den nächsten Jahren für eine gewisse Planungssicherheit für Endkunden und Unternehmen. Für viele Betriebe in den Elektro- und SHK-Gewerken bleibt der Bereich der erneuerbaren Heizsysteme damit weiterhin relevant – sowohl im Neubau als auch im Bestand.
Wärmepumpenmarkt: Wachstum mit Schwankungen
In den vergangenen Jahren haben sich Wärmepumpen stark etabliert. Ihr Anteil liegt inzwischen bei über 70 % im Neubau. Gleichzeitig haben politische Debatten und Unsicherheiten in den Jahren 2024 und 2025 zu deutlichen Marktschwankungen geführt.
Für das Handwerk ist dieser Bereich dennoch attraktiv: Planung, Einbau, Wartung und Systemintegration sind arbeitsintensiv und bieten langfristige Auftragschancen. Viele Betriebe haben sich hier bereits spezialisiert.
Neue Spielräume – aber auch neue Unsicherheiten
Die geplanten Änderungen führen zu einer breiteren technischen Auswahl, gleichzeitig aber auch zu einem höheren Beratungsbedarf. Kunden stehen vor unterschiedlichen Optionen, die sich hinsichtlich Kosten, Betrieb und zukünftiger Entwicklung unterscheiden.
Zudem wird die weitere Entwicklung stark von externen Faktoren beeinflusst, etwa durch die CO₂-Bepreisung oder Energiepreise. Diese Aspekte können die Nachfrage nach verschiedenen Heizsystemen unterschiedlich beeinflussen.
Stand: 23.03.2026