HWK Schwaben

Schulpartnerschaften

Was ist eine Schulpartnerschaft?

Bei der Schulpartnerschaft handelt es sich um eine langfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen einer Schule und einem Handwerksbetrieb, von der beide Seiten profitieren.

Grundsätzlich steht dieses Konzept allen Schularten und Betriebsgrößen offen.

Ziel und Idee ist es, frühzeitig den Kontakt zwischen zukünftigen Nachwuchskräften und regionalen Arbeitgebern aufzubauen. Schüler*innen werden bei der Berufsorientierung unterstützt und erhalten praxisnahe Einblicke in die Arbeitswelt. Betriebe können die Jugendlichen gezielt ansprechen und für ihren Ausbildungsberuf begeistern. Zudem wird auf beiden Seiten das Verständnis für die jeweilige „Lebenswelt“ und Anforderungen gestärkt.



Vorteile für Schule und Betrieb

Eine Schulpartnerschaft stellt für Schule und Betrieb eine „Win-Win“-Situation da.



Ihr Betrieb profitiert durch …

  • den frühzeitigen Kontaktaufbau zu potenziellen Nachwuchskräften
  • den Kontakt zu Eltern und Lehrkräften als wesentliche Multiplikatoren und „Berufsberater*innen“
  • ein kostengünstiges Instrument zur Nachwuchssicherung durch gezielte Ansprache der Schüler*innen
  • die positive Imagebildung mit Ihrem regionalen Engagement und Öffentlichkeitsarbeit
  • ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Schule und Betrieb (Einblicke in die jeweiligen „Lebenswelten“)
  • durch neue, frische Ideen der Schüler*innen für Ihren Betrieb

 

Ihre Schule und Schüler*innen profitieren durch …

  • den Kontakt zu künftigen Arbeitgebern aus der Region
  • praxisnahe Berufsorientierung
  • reale Einblicke in die Arbeitswelt
  • die Entwicklung des Verständnisses für unternehmerisches Handeln und wirtschaftliche Zusammenhänge
  • neue Lehr- und Lernsituationen für die fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Schüler*innen


So werden Sie Kooperationspartner

Nutzen Sie hierzu gerne das „Kontaktformular für Betriebe“ bzw. das „Kontaktformular für Schulen“, mit dem Sie uns schon einige Informationen zur Suche nach einem passenden Kooperationspartner übermitteln.
Ihre Ansprechpartnerin:
Wir nehmen Sie in unseren Interessenten-Pool auf und suchen auf Basis Ihrer Angaben und Anforderungen einen passenden Kooperationspartner für Sie.
Sobald wir ein passendes "Match" gefunden haben, laden wir Sie und den potentiellen Kooperationspartner zu einem Erstgespräch ein. Das Erstgespräch wird von der HWK Schwaben organisiert und moderiert. Es dient dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Austausch zu den generellen Erwartungen an und Vorstellungen von der Kooperation (Ziele, Kapazitäten, Ausgestaltung, etc.)
Stimmen beide Seiten einer Zusammenarbeit zu, wird eine schriftliche Kooperationsvereinbarung geschlossen. Darin werden unter anderem die Ziele, Bausteine für die konkrete Ausgestaltung und verantwortliche Ansprechpersonen definiert. Wir empfehlen eine Bindung für mindestens ein Schuljahr. Gerne unterstützen wir Sie bei der Konzeption.
Jetzt liegt der Ball bei Ihnen! Gemeinsam mit Ihrem Kooperationspartner starten Sie in die Umsetzung. Hierbei stimmen Sie sich eigenständig ab. Bei Bedarf steht Ihnen die HWK beratend zur Verfügung.
 

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass wir die Vermittlung eines passenden Kooperationspartners nicht garantieren können.



Wie erfolgt das Matching zwischen Schule und Betrieb?

Schulen und Betriebe können sich in einen Interessenten-Pool der HWK aufnehmen lassen. Das Matching erfolgt auf Basis von folgenden Kriterien, die Sie uns übermitteln:



  • Ort/ Region (die räumliche Nähe ist für eine intensive Zusammenarbeit sinnvoll)
  • Schulform (falls der Betrieb bestimmte Anforderungen an den Schulabschluss seiner Zielgruppe hat)
  • Branchenschwerpunkt (falls die Schule bestimmte fachliche Präferenzen hat)
  • gewünschte bzw. angebotene Kooperations-Module (optional, dies wird in der Regel im Erstgespräch festgelegt)


Die HWK trifft eine Vorauswahl und richtet sich mit einem Matching-Vorschlag an die potenziellen Kooperationspartner. Bei beiderseitigem Interesse lädt die HWK die Schule und den Betrieb zu einem gemeinsamen Erstgespräch ein.
Stimmen anschließend beide Seiten einer Zusammenarbeit zu, wird eine schriftliche Kooperationsvereinbarung geschlossen und Sie starten gemeinsam mit Ihrem Kooperationspartner in die Umsetzungsphase.
Sollten Sie bereits einen eigenen Matching-Vorschlag haben, unterstützen wir Sie bei Bedarf gerne ebenfalls bei der Konzeption und weiteren Ausgestaltung.



Eine gute Partnerschaft muss gepflegt werden – so verstetigen Sie Ihre Schulpartnerschaft:

Regelmäßige Feedback-Gespräche

Wir empfehlen den Kooperationspartnern, regelmäßige Feedback-Gespräche zu führen. Das Feedback dient zum Austausch über Fragen wie „Was ist bisher gelaufen?“, „Entspricht die aktuelle Zusammenarbeit den Erwartungen?“, „Wo gibt es gegebenenfalls noch Optimierungsbedarf?“. Auf dieser Basis wird die Kooperation fortlaufend weiterentwickelt und idealerweise verstetigt. Gerne begleiten wir von Seiten der HWK Ihre Feedback-Gespräche und stehen Ihnen beratend zur Verfügung.



Netzwerkveranstaltungen für schwabenweiten Erfahrungsaustausch

Für die überregionale Vernetzung und Erfahrungsaustausch laden wir alle Schulpartnerschaften zu regelmäßigen Netzwerkveranstaltungen ein. Die Tandems haben hier die Gelegenheit, sich und ihre Projekte vorzustellen, sich mit anderen Betrieben und Schulen auszutauschen und voneinander zu lernen. Die Netzwerktreffen sind optional und ein Angebot für Sie, neue Inspirationen zu erhalten.



Ideen für die Umsetzung

Hier finden Sie eine Übersicht an möglichen Bausteinen, wie Sie Ihre Zusammenarbeit ausgestalten können:

Der "Tag des Handwerks" bietet den Schüler*innen praxinahe Einblicke in handwerkliche Berufsfelder. Das praktische Tun und Ausbprobieren stehen hierbei im Fokus. Nachdem der "Tag des Handwerks" für die allgemeinbildenden Schulen in Bayern verpflichtend ist, eignet er sich ideal als "Basismodul" für jede Nachwuchskooperation.
Betriebserkundungen dienen dazu, ein Unternehmen unter bestimmten Aspekten (technologisch, betriebswirtschaftlich, etc.) kennen zu lernen und einen Einblick in die Arbeitsabläufe zu erhalten. Im Vorfeld können konkrete Aufgaben verteilt und im Nachgang die Ergebnisse ausgewertet werden.
Betriebspraktika eröffnen die Möglichkeit, sich mit den Anforderungen eines Berufs auseinander zu setzen und sich über eigene Interessen, Stärken und Schwächen klar zu werden. Betriebspraktika können in ihrer Länge individuell sein. Oft reichen bereits 1 bis 2 Tage, um einen Einblick in den Beruf zu bekommen.
Der Girls' Day bzw. Boys' Day unterstützt die Initiative Klischeefrei. Ziel der Initiative ist es, eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees bundesweit zu etablieren. Mädchen und Jungen erhalten Einblicke in Berufe oder Studienfächer, bei denen der Frauen- bzw. Männeranteil unter 40% liegt.
„Expertenbesuche“ im Unterricht erhöhen deutlich den Praxisbezug. Fachkräfte aus dem Unternehmen referieren themenbezogen bzw. gestalten praktische Unterrichtseinheiten. Dies können auch Gespräche innerhalb der Peergroup darstellen. So können beispielsweise Azubis im Rahmen einer Azubibotschafter-Rolle ihren Weg in die Ausbildung und ihren Ausbildungsberuf vorstellen, aus ihrem Arbeitsalltag berichten und Fragen der Schüler*innen beantworten.  
Schulmessen und Berufsinformationstage bieten Betrieben die Möglichkeit, sich und ihr Ausbildungsangebot vorzustellen.
Informationsveranstaltungen – wie z.B. Elternabende, „Tag der offenen Tür“ – behandeln wichtige Themen rund um die Berufsorientierung/ Berufswahl. Unternehmensvertreter können in diesem Kontext aus der betrieblichen Praxis und über die Situation am Arbeitsmarkt berichten sowie zur Ausbildung und den Karrieremöglichkeiten informieren.
Workshops sind empfehlenswerte Maßnahmen, um sich mit einem bestimmten Thema intensiv und i. d. R. auch praktisch zu beschäftigen. Sie sind sowohl in der Schule als auch im Unternehmen durchführbar (z.B. Bewerbungstraining, Bewerbermappen-Check).
Projektarbeiten – z.B. im Rahmen von P-Seminaren – basieren auf der selbstständigen Planung und Durchführung einer Aufgabe durch die Schüler*innen. Sie können fachübergreifend sein und u.U. von verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens inhaltlich betreut werden. Es kann sich entweder um einzelne Projekttage oder -wochen handeln. Die Projekte könnten bspw. der Aufwertung des Schulgeländes dienen, bspw. der Bau eines Pizzaofens, Schulmöbel, Wandgestaltung, etc.).
Planspiele/ Schülerfirmen eignen sich dazu, Jugendliche mit wirtschaftlichen Zusammenhängen vertraut zu machen. Unternehmensvertreter können als Berater oder Pate fungieren.
Fortbildungsmaßnahmen im Unternehmen können – je nach Thema – auch für Lehrkräfte interessant sein. Umgekehrt können Lehrer Azubi-Kurse anbieten (z.B. Fremdsprachen, EDV).
Lehrerpraktika eröffnen Lehrkräften Einblicke in die handwerklichen Berufswelten und Betriebsabläufe. Als wesentliche Multiplikatoren und Berater*innen bei der Berufsorientierung ihrer Schüler*innen können sie dadurch ein besseres Bild zum Handwerk vermitteln. Gleichzeitig können Betriebe durch den direkten Kontakt zu den Lehrkräften gezielte und konkrete Rückmeldung geben, was die Wirtschaft von den Absolventen erwartet bzw. welche Eigenschaften und Kompetenzen verstärkt gefördert werden sollten.
Betriebe können ihre Räumlichkeiten für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stellen, um im Unterricht erstellte Bilder/Kunstwerke in der Öffentlichkeit auszustellen. Der Betrieb und die Schule könnten in diesem Rahmen bspw. gemeinsam eine Vernissage veranstalten.
Ein Schüler-Catering, eine Schulband oder die Kinderbetreuung organisiert von Schüler*innen, könnten bspw. eine Idee für Betriebsfeste sein. Schüler*innen werden in die Organisation eingebunden und lernen dadurch eigenständiges, verantwortungsvolles Arbeiten außerhalb des normalen Schulalltags.
Schulen können dem Partner-Betrieb ihre Räumlichkeiten für Firmensport/Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

Diese Übersicht als PDF-Download finden Sie hier.



Beispiele aus der Praxis

Hier sehen Sie in Kürze verschiedene Beispiele von bereits bestehenden Schulpartnerschaften.



Unterstützungsleistungen der HWK

  • Beratung rund um das Thema Schulpartnerschaft
  • Vermittlung passender Kooperationspartner
  • Terminierung und Moderation des Erstgesprächs
  • Unterstützung bei der Konzeption der Kooperationsvereinbarung
  • Organisation und Begleitung der regelmäßigen Feedbackgespräche
  • Beratung bei der Weiterentwicklung Ihrer Schulpartnerschaft
  • Unterstützung bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Förderung des schwabenweiten Erfahrungsaustauschs und der regionalen Vernetzung


Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin bei allen Fragen rund um das Thema Schulpartnerschaft: