HWK Schwaben

Kunstgießerei Kollinger aus Elchingen präsentiert sich – Ehrung für EuroSkills-ErfolgeSchwabentag auf der IHM

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München zählt zu den bedeutendsten Treffpunkten des Handwerks. Jedes Jahr versammeln sich hier Betriebe, Organisationen und Interessierte, um Innovationen und aktuelle Herausforderungen der Branche zu präsentieren und zu diskutieren. Die Messe bietet dabei nicht nur eine Plattform für den fachlichen Austausch, sondern auch für die Öffentlichkeit, die Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Handwerks hautnah zu erleben.
Die bayerischen Handwerkskammern präsentieren sich auf der Messe traditionell mit einem Gemeinschaftsstand als starke Interessenvertretung des regionalen Handwerks und geben Einblicke in ihre Arbeit. Besucherinnen und Besucher konnten sich auch dieses Jahr wieder über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, betriebswirtschaftliche Themen und technologische Entwicklungen informieren. Der Stand dient zugleich als Netzwerkplattform: Betriebe, Beschäftigte und politische Akteure kommen ins Gespräch, diskutieren Herausforderungen wie Digitalisierung oder Fachkräftemangel und entwickeln gemeinsam Perspektiven für die Zukunft des Handwerks.

Beeindruckende Projekte

Am Gemeinschaftsstand beteiligte sich am „Schwabentag“ auch die Kunstgießerei Kollinger aus Elchingen. Geschäftsführer Markus Kollinger berichtet von einem positiven Messeverlauf. Die IHM bewertet er als wichtigen Standortfaktor, gerade für Betriebe aus der Region, die hier Sichtbarkeit erhalten und Austauschmöglichkeiten nutzen können. Die Kunstgießerei selbst blickt auf beeindruckende Projekte zurück. Unter anderem erstellte die Firma eine Bronze von Deutschlands erstem Bundeskanzler Konrad Adenauer, die in Berlin vor dem Gebäude der Konrad-Adenauer-Stiftung zu finden ist. Solche Arbeiten zeigen die besondere Bedeutung traditioneller Gießkunst auch in der heutigen Zeit.
Gleichzeitig steht das Unternehmen vor strukturellen Veränderungen. Der 3D-Druck habe den Markt stark beeinflusst: Bereits seit den frühen 2000er-Jahren würden Modelle zunehmend digital gefertigt. Während Metall-3D-Druck teilweise Konkurrenz darstelle, so Kollinger, eröffneten günstigere Verfahren wie FDM-Druck (Fused Deposition Modeling: weit verbreitetes Verfahren zur Erstellung von dreidimensionalen Objekten) auch neue Chancen, etwa bei der Herstellung von Gussmodellen aus PLA (Polylactid: Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke oder Zuckerrohr). Kollinger betont, dass sich das Handwerk hier anpassen und neue Technologien sinnvoll integrieren müsse.
Als größte Herausforderung nennt er jedoch die Bürokratie. Für einen kleinen Betrieb mit sieben Mitarbeitenden sei der Aufwand enorm und binde Ressourcen, die für die eigentliche Arbeit benötigt würden. Komplexe Vorgaben und widersprüchliche Anforderungen – etwa bei Bürgschaften für öffentliche Aufträge – erschwerten den Arbeitsalltag erheblich.
Darüber hinaus gab es auf der IHM eine besondere Ehrung für die erfolgreichen EuroSkills-Teilnehmenden im vergangenen Jahr. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger würdigte gemeinsam mit dem Bayerischen Handwerkstag unter anderem Moritz Wagner aus Schwaben, der als Möbelschreiner souverän die Goldmedaille holte.



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Ehrung für internationalen Erfolg (von links): Hans-Peter Rauch, EuroSkills-Sieger Moritz Wagner, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl.




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