Treffen der bayerischen Handwerkskammern mit Wirtschaftsminister Aiwanger
Nachfolge, Konjunktur und Berufsbildung im Fokus
Bei einem Treffen zwischen Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt mit den bayerischen Handwerkskammern im November ist vor allem das Thema Betriebsnachfolge in den Mittelpunkt gestellt worden. Die Kammern legten Aiwanger einen Forderungskatalog mit zehn Punkten zur Unterstützung und Förderung erfolgreicher Unternehmensübergaben vor.
Besseren Zugang zu Förderkrediten gefordert
Hans-Peter Rauch und Ulrich Wagner, Präsident bzw. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben, legten den Fokus vor allem auf besseren Kapitalzugang und optimierte Finanzierungsmöglichkeiten. Neben dem Abbau von Bürokratie sei dies einer der wichtigsten Punkte zur Förderung von Übergaben, aber auch Gründungen. Unter anderem müsse das Handwerk einfacheren Zugang und bessere Konditionen bei LfA-Förderkrediten erhalten.
Die Unterstützung von Betriebsübergaben im Handwerk, so Rauch und Wagner, sei von enormer Bedeutung. Weil zu wenig Nachfolgerinnen und Nachfolger zur Verfügung stünden, drohe vielen wirtschaftlich gesunden Betrieben in naher und mittlerer Zukunft das aus. Aiwanger nahm die Forderungen wohlwollend auf und sicherte zu, dieses Thema verstärkt in Angriff zu nehmen.
Mehr Mittel für Berufsbildung
Zusätzlich sicherte Aiwanger mehr Geld für den Berufsbildungsbereich zu. Der Bund hatte die Mittel für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) kürzlich aufgestockt. Bayern steuert bei der ÜLU-Förderung ein Drittel der Gesamtsumme bei und will seinen Anteil entsprechend steigern. Für HWK-Präsident Hans-Peter Rauch und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner ein wichtiges und positives Signal, ebenso wie die Aufstockung der Fördersumme im Bereich der Nachwuchswerbung. Mit zusätzlichen 100.000 Euro sollen Projekte wie „Macher gesucht!“, der Tag des Handwerks oder die Nachwuchswerbe-Plattform „Young Generation“ auf der Internationalen Handwerksmesse in München vom Freistaat unterstützt werden.
Auch über die allgemeine wirtschaftliche Lage wurde beim Treffen in Odelzhausen bei Dachau gesprochen. Noch, so die Vertreter der Handwerkskammern, zeige sich das Handwerk robust und die Lage sei stabil. Allerdings werde die Situation zusehends schwieriger und es bedürfe zusätzlicher Impulse, die die Konjunktur wieder ankurbelten. Vor allem die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes müssten zügig in die richtigen Bahnen geleitet werden und beim Handwerk ankommen, so Rauch und Wagner.