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Ukraine-Krieg: Erhebliche Auswirkungen auch im Handwerk

Die Folgen des Ukraine-Kriegs sind in vielen Handwerksbetrieben massiv zu spüren. Zwar exportieren nur die wenigsten Handwerksbetriebe direkt in die Ukraine oder nach Russland, doch umso mehr leiden die Unternehmen unter massiven Preissteigerungen und Lieferengpässen. 9 von 10 Unternehmen berichten über entsprechende Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit. Dies zeigt die vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) durchgeführte Umfrage, an der sich auch schwäbische Handwerksbetriebe beteiligt haben. Besonders betroffen sind die Bauhandwerke wie Maurer und Zimmerer, dort werden Metalle, Dämmstoffe oder Holz zunehmend knapp. Auch im Metallhandwerk fehlen Vorprodukte, bei den Bäckern wirkt sich der Engpass an Agrarrohstoffen negativ aus. In der Folge sind die Preise auf breiter Front gestiegen. Darüber hinaus berichtet etwa jeder zweite Betrieb, dass sich seine Energiekosten im Vergleich zu 2021 verdoppelt haben.



Massive Preissprünge machen Aufträge unwirtschaftlich

Ein weiteres Problem kommt hinzu: Weil die Beschaffungs- und die Energiepreise teils drastisch gestiegen sind, wurden laut Umfrage in jedem dritten Betrieb bereits Aufträge storniert, weil Kunden die höheren Preise nicht akzeptieren konnten oder wollten. Nicht immer können alle Zusatzkosten jedoch komplett an die Kunden weitergegeben werden, daher werden vielfach Aufträge nicht mehr kostendeckend abgewickelt und sind unwirtschaftlich. Darüber berichten rund 60 % der Betriebe.

  

Hilfsprogramme greifen nicht in allen Fällen  

Die Mehrheit der Handwerksunternehmen kann die negativen Folgen des Ukraine-Kriegs bislang trotz finanzieller Einbußen noch einigermaßen verkraften. Allerdings steckt bereits jeder fünfte befragte Betrieb in Liquiditätsschwierigkeiten, sei es durch massive Energiepreissteigerungen und/oder durch Lieferengpässe. Doch nur jedes sechste Unternehmen erfüllt nach eigener Einschätzung die Zugangsvoraussetzungen, um von den KfW-Sonderprogrammen zu profitieren. Die HWK Schwaben fordert daher, dass die Hilfsprogramme mehr Betrieben offenstehen müssen. Eine Senkung der Stromsteuer sowie eine längerfristige Reduzierung des Dieselpreises könnten zudem zu einer finanziellen Entlastung beitragen und so die Kriegsfolgen abmildern.

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Dipl. oec. Bärbl Kohler

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